Sie haben in den letzten Jahren ständig auch neue Messestandorte ausprobiert. Welches waren Ihre erfolgreichsten neuen Messen?
Die QS World MBA Tour hat sich stets darum bemüht, neue MBA-Märkte zu erschließen. Die größten Erfolge in den letzten Jahren waren zweifelsohne Hyderabad und Bangalore. In Europa haben sich Zürich und Kiew als besonders erfolgreiche neue Städte für die Herbst-Messen erwiesen. In den letzten zwei Jahren haben wir Sofia und Bukarest in unsere Frühjahrstour aufgenommen, und auf beiden Messen gab es ausgezeichnete potenzielle MBA-Studenten.
Es gibt sicherlich Orte, die sich für eine MBA-Messe aufdrängen, andere weniger. Aber wie kommt man auf den Gedanken, eine MBA-Messe in Almaty (Kasachstan) zu organisieren?
Kasachstan befindet sich in einem wirtschaftlichen Hoch. Die Regierung Kasachstans bietet ihren jungen Bürgern viele Stipendien für ein Auslandsstudium an. Und mit seinem Reichtum an Naturschätzen, Öl und Gas, sowie erfolgreichen Wirtschaftsreformen, hat der Bedarf an Bildung im Bereich Management nun Priorität sowohl für den Staat als auch für die Industrie.
Wenn Sie nur Ihre persönlichen Erlebnisse nehmen, welches sind die Messen, an die Sie am liebsten zurückdenken?
Meine denkwürdigste Erinnerung ist unsere erste Messe in Moskau im Jahre 1998. Die Messe fand im wunderschönen Hotel Metropole statt, das direkt neben dem Kreml liegt. Die Stadt befand sich noch immer in einer Erholungsphase von dem vorherigen kommunistischen Regime, es gab kaum Straßenlampen oder Neonreklamen. Die Straßen waren komplett schneebedeckt und dennoch hatten wir 2800 Besucher, die eine Schlange um den gesamte Hotelblock gebildet hatten, noch bevor die Veranstaltung anfing, Alle warteten geduldig in der eisigen Kälte.
Ich gab damals das Admissions-Seminar vor 300 Teilnehmern und musste mich wirklich zwicken, als mir bewusst wurde, dass wir eines der ersten Unternehmen waren, das westliche Management-Ausbildung in ein Land brachten, das dem Kapitalismus noch sehr fremd war. Ich kann mich deutlich an den Enthusiasmus erinnern und war erstaunt über die ausgezeichneten Englischkenntnisse der Messebesucher. Eine junge Dame – Zoya Zaitseva - die damals die Messe besuchte, arbeitet übrigens heute bei uns in London als Managerin für die europäischen Veranstaltungen der QS World MBA Tour.
Und was war Ihre schlimmste persönliche Erfahrung?
Meine schlimmste Erinnerung, obwohl ich mich nicht so recht an alles erinnern kann, war als mir ein Cocktail mit Limonengeschmack in Buenos Aires gereicht wurde. Wie sich herausstellte, handelte es sich dabei um einen Caipirinha, der zwar wie Limonade schmeckt, aber hochwertigen Alkohol enthält. Das hat dann schon seine Spuren hinterlassen, und als um 5 Uhr morgens mein Wecker klingelte und ich mich zum Flug nach Mexico City mit einigen unseren Schulen begeben musste, waren Sonnenbrille und Aspirin von größter Wichtigkeit!
Wenn Sie die MBA-Messe in Frankfurt mit den anderen Messestandorten vergleichen, gibt es dann Unterschiede?
Es gab bezeichnende Unterschiede in den Profilen der Besucher in Frankfurt verglichen mit den Besuchern in Paris oder London im Herbst 2006:
10% der Besucher waren nicht-deutscher Herkunft verglichen mit 24% der Besucher in London, die nicht britisch waren.
Lediglich 57% der Besucher waren daran interessiert, einen Vollzeit-MBA zu machen, in London und Paris lag diese Ziffer bei 68%. Umgekehrt interessierten sich 31% für einen Teilzeit- oder Executive MBA, verglichen mit lediglich 25% der Besucher in London und 26% der Besucher in Paris.
Schließlich hatten 79% der Besucher in Frankfurt mehr als zwei Jahre Berufserfahrung, im Vergleich zu London, wo die Anzahl der Kandidaten mit Berufserfahrung von mehr als 2 Jahren bei 71% lag.
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