Die Pädagogik
Ein MBA ähnelt in nichts dem, was man aus dem Studium an einer deutschen Hochschule kennt. Wer zum ersten Mal im Hörsaal einer Business School sitzt, der fühlt sich eher in einer TV-Show als in einer akademischen Veranstaltung. Interaktion ist das Schlüsselwort, Diskussionen die Regel. Berüchtigt sind die "cold calls", die direkte Ansprache durch den Dozenten: "Und was ist Ihre Meinung dazu?"
Welche deutschen Unternehmen Interesse an MBA-Absolventen haben
Eine Business Schools ist nichts für Eigenbrötler. Gruppenarbeit ist angesagt. Die Arbeit - manchmal sogar in mutwillig schwierigen Gruppen - soll das trainieren, worauf es später einmal ankommt: Teamwork, soziale Kompetenz, auch Durchsetzungsfähigkeit.
An einer guten Business Schools ist "peer learning", also die Vorstellung, dass man von den Mitstudenten und deren beruflichen Erfahrungen genauso viel lernt wie von den Dozenten und Professoren, kein leeres Gerede. Denn es geht ja beim MBA-Studium immer darum, wie man bestimmt Managementprobleme löst, gelöst hat und lösen wird. Und gerade deshalb ist die Zusammensetzung der Studierenden so wichtig. Sind es mehrheitlich Deutsche, lernt man eben nicht den Umgang mit Anderen und die Arbeit in einem internationalen Team. Hat der Nachbar keine oder nur wenig Berufserfahrung, fällt er als Diskussionspartner und Informationsquelle aus. Es ist wie beim Tennisspielen: Wer nur mit Spielern trainiert, die schlechter sind als er selbst, kann zwar demonstrieren, wie toll er ist, verbessern wird er sich aber nicht.
Ungewohnt und gewöhnungsbedürftig ist für deutsche MBA-Studenten auch die weit verbreitete Fallstudien-Methodik. Die meisten Business Schools der Welt verwenden solche "case studies"; mancherorts besteht das gesamte MBA-Studium zu drei Vierteln aus dieser erstmals an der Harvard Business School entwickelten Methode. Die Arbeit mit solchen "Cases" simuliert die Entscheidungssituationen, vor denen Manager tagtäglich stehen.
Noch realitätsnäher ist die Projektarbeit. Einzeln oder in ganzen Teams wird hier an konkreten Unternehmensprojekten gearbeitet. Insbesondere bei berufsbegleitenden MBA-Programmen können damit die erworbenen Kenntnisse direkt in der Wirklichkeit umgesetzt werden, was für manche Unternehmen ein zusätzlicher Grund ist, ihren Mitarbeitern das MBA-Studium zu finanzieren. Eine Spielart sind beraterähnliche Projekte, bei denen MBA-Studenten wie Consultants, die sie oft selbst einmal werden wollen, für Unternehmen tätig werden.
