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21.09.2006 

Wieviel Zeit hat ein HBS-Student zur Vorbereitung?

Der Case ist die Grundlage für die Diskussion im Klassenraum. Typischerweise wird ein MBA-Student zwischen zwei bis drei Stunden an Vorbereitungszeit für jeden Case aufwenden, was natürlich von Student zu Student und von Case zu Case variiert.


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Wieviele Case Studies muss ein Student an der Harvard Business School während seines MBA-Studiums durchackern?

Die MBA-Studenten müssen im ersten Studienjahr 13 Pflichtveranstaltungen ("classes") pro Woche absolvieren, was auch 13 Fallstudien pro Woche bedeutet. Insgesamt kommt man dann in den zwei Jahren des MBA-Studiums auf etwa 500 bearbeitete Cases!

Berüchtigt sind die "cold calls". Was ist das?

Am Anfang einer Veranstaltung bittet der Professor immer einen der MBA-Studenten, seine "Lösung" des Cases zu präsentieren oder auf Fragen zu antworten. Wenn das ohne Vorwarnung passiert, nennen wir das einen "cold call".

Gibt es so etwas wie die Lösung für einen Case?

Wie im wirklichen Geschäftsleben auch und anders als in einem Lehrbuch gibt es nie eine einzige richtige Antwort. Es gibt eine Reihe verschiedener Wege, ein Problem zu lösen. Worauf es ankommt, ist die Qualität der Analyse eines Problems und die daraus gefolgerten Vorschläge zu seiner Lösung.

Wenn es keine Lösung gibt, wonach werden die MBA-Studenten beurteilt?

Wie gesagt, worauf es ankommt, ist die Qualität der Analyse und des Lösungsvorschlags. Die Hälfte der Noten der MBA-Studenten an der Harvard Business School beruht auf dem, was er im Klassenraum sagt und zur Diskussion beiträgt, die andere Hälfte auf Arbeitspapieren, Projekten und natürlich den Prüfungen.

Noch etwas anderes ist besonders an der Arbeit mit Fallstudien an der Harvard Business School. Sie laden häufig auch Manager in den Kurs ein.

Ja, das stimmt. Oft kommen die Protagonisten eines Cases - der CEO oder andere Top-Manager - persönlich an die Harvard Business School und hören sich an, wie die MBA-Studenten den Fall "gelöst" haben. Daraus entstehen dann sehr interessante Diskussionen. Natürlich gibt das unseren Studenten eine einzigartige Gelegenheit wirklich mit den Leuten in Kontakt zu sein, die den Case gelebt haben.

Kritiker sagen, dass das Arbeiten mit Cases nicht mehr als eine Spielwiese für junge Leute ist, die nicht viel vom Leben gesehen haben und nun Unternehmensboss spielen.

Wir glauben, dass Cases der beste Weg sind, um junge Leute auf Situationen vorzubereiten, denen sie einmal als Führungspersonen auf allen Ebenen begegnen werden. Es ist eine praktische Lernerfahrung, anders als etwa das passive Zuhören bei einem Vortrag. Sie erfordert aktive Beteiligung. Wir bringen unsere MBA-Studenten ganz nah an die Praxis heran.

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