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21.09.2006 

Übertreibt es Harvard nicht etwas?

Könnte man das mit einem Flugsimulator vergleichen, wo der Pilot ja auch nicht wirklich eine Maschine fliegt?

Die Case Study-Methode macht die MBA-Studenten mit einer großen Zahl von Situationen in einer Vielzahl verschiedener Wirtschaftsbereich bekannt, so dass sie nach zwei Jahren mehr "Erfahrungen" gesammelt haben, als das in jedem Job möglich gewesen wäre. Sie entwickelt dabei eine Analysefähigkeit, eine Art und Weise, an Probleme heranzugehen, die sie unmittelbar anwenden können, wenn sie mit dem Studium fertig sind.

Aber ist es nicht doch etwas exzessiv, sich wie an der Harvard Business School einzig die Fallstudien-Methodik zu verlassen?

Das stimmt nicht ganz. Nur 80 Prozent unseres MBA-Programms beruhen auf der Fallstudien-Methodik. In den übrigen 20 Prozent gibt es Team-Übungen, Feldstudien, Unternehmensprojekte etc.




80 oder 100 Prozent - der Unterschied ist nicht mehr wirklich so groß. Noch einmal die Frage: Ist die Harvard Business School so sehr in ihre Fallstudien verliebt, dass sie immun gegenüber jeder Kritik ist?

Wir glauben sehr stark an die Effizienz der Case Study-Methode, wie das ja auch viele andere Schulen tun trotz der gerne von den Medien aufgenommenen Kritik von ein paar einzelnen. Und wir müssen doch etwas richtig machen, wenn fast sieben Millionen Case Studies jährlich an andere Schulen und Organisationen in der ganzen Welt verkaufen.

Das gesamte Lernumfeld an der Harvard Business School ist auf diese Methode ausgerichtet, von den speziell entwickelten Amphitheatern der Klassenräume bis hin bis zu der pädagogischen Ausbildung jüngerer Kollegen durch ältere Professoren und Mentoren. Diese pädagogische Passion ist wirklich ein Lebensstil hier.

Und ist nicht der letzte Beweis für den Erfolg dieser Methode der Erfolg unserer Absolventen? Keine andere Business School hat so viele erfolgreiche Studenten in fast allen Wirtschaftsbereichen und Ländern in aller Welt wie die Harvard Business School.

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