1100 Unternehmen befragt
Lohnnebenkosten behindern Mittelstand stark

Nach einer Studie zufolge sieht sich der deutsche Mittelstand vor allem durch zu hohe Lohnzusatzkosten und zu viel Bürokratie behindert.

HB BERLIN. 64 Prozent der mittelständischen Unternehmen bezeichneten in einer am Dienstag veröffentlichten Studie des Münchner Instituts für Wirtschaftsforschung (Ifo) steigende Lohnzusatzkosten als eine „starke Behinderung“ ihrer Wettbewerbsfähigkeit. Gut jeder zweite Betrieb nannte zu viel Bürokratie und Verwaltungsaufwand eine „starke Behinderung“, knapp ein Drittel die hohe Steuerbelastung.

Das Ifo befragte im Auftrag der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) und der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG 1100 mittelständische Unternehmen aus allen Wirtschaftsbereichen. Über ein Drittel der mittelständischen Unternehmen beurteilte die eigene Wettbewerbsfähigkeit den Angaben zufolge als „weniger gut“ bis „sehr problematisch“. In der Industrie sagten das sogar 43 Prozent der befragten Unternehmen, im Bausektor sogar fast jedes zweite.

Jedes vierte befragte Unternehmen gab zudem an, aus steuerlichen Gründen oder wegen Planungsunsicherheiten im Steuerrecht betriebswirtschaftlich ansonsten vorteilhafte Investitionen aufgeschoben oder unterlassen zu haben. „Das deutet darauf hin, dass das Steuerrecht, die Steuerpolitik und die damit verbundenen Unsicherheiten zu einem Investitionsstau in Deutschland beitragen“, erklärten BDA und KPMG.

Zwei von drei befragten Unternehmen fürchten zudem, dass die mit dem sogenannten Basel II-Abkommen geplanten verschärften Eigenkapitalanforderungen an die Banken ihre eigenen Kredite verknappen oder verteuern werden, hieß es weiter. Fast jeder dritte Mittelständler gab an, dass sich in den vergangenen zwölf Monaten seine Zinskonditionen oder Kreditlinien verschlechtert beziehungsweise verkürzt haben. Drei von vier Unternehmen halten die Entscheidungen der Banken hierüber für nicht transparent und schwer nachvollziehbar.

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