150 000 Stellen könnten verloren gehen
Konjunkturerholung geht am Handwerk vorbei

Von der wirtschaftlichen Erholung in Deutschland ist zumindest im deutschen Handwerk nichts zu spüren. Die selbstständigen Handwerksbetriebe setzten nach Angaben des Statistischen Bundesamts vom Mittwoch im zweiten Quartal 1,7 Prozent weniger um als im Vorjahresquartal.

HB BERLIN. „Die Erholung ist nicht nur am Handwerk, sondern am ganzen binnenmarkt-orientierten Mittelstand vorbeigegangen“, sagte ein Sprecher des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH) dazu. „Wir haben keinen Aufschwung im Binnenmarkt.“ Für das unerwartet hohe Wirtschaftswachstum in Deutschland im ersten Halbjahr hatte allein der boomende Export gesorgt.

Der Handwerksverband rechnet damit, dass über die gesamte Branche in diesem Jahr erneut bis zu 150 000 Arbeitsplätze verloren gehen und die Zahl der Handwerker erstmals unter fünf Mill. fällt. In den 41 vom Statistikamt erfassten zulassungspflichtigen Handwerksberufen sank die Zahl der Beschäftigten im zweiten Vierteljahr um vier Prozent zum Vorjahr. Nur im Gesundheitsgewerbe habe die Beschäftigtenzahl um 1,4 % zugenommen. Den deutlichsten Stellenabbau verzeichneten Bau- und Ausbaugewerbe mit einem Rückgang der Beschäftigung um 8,2 beziehungsweise 5,5 %.

Den stärksten Umsatzrückgang mussten mit 7,3 % ebenfalls die Bau-Handwerker verkraften, gefolgt von den Handwerkern im Gesundheitsbereich mit einem Minus von sieben Prozent. Hier hätten vor allem bei den Augenoptikern wegen der Gesundheitsreform vorgezogene Brillenkäufe den Umsatz niedriger ausfallen lassen, erläuterten die Statistiker. Steigende Umsätze verzeichneten die Handwerker für den gewerblichen Bedarf, die 2,5 % mehr einnahmen als im zweiten Quartal 2003, sowie die Betriebe im Kraftfahrzeuggewerbe, die 0,1 % mehr umsetzten. Im vergangenen Jahr waren die Umsätze der gesamten Branche nach Angaben des ZDH um gut drei Prozent auf rund 470 Mrd. € gesunken.

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