25 Prozent
Ackermann-Renditen sind im Mittelstand alltäglich

Eine Eigenkapitalrendite von 25 Prozent – bei der Deutschen Bank ist schon das Streben nach solchen Profiten ein Politikum. Im deutschen Mittelstand sind sie aber keine Seltenheit, wie eine Studie der KfW zeigt. Die ehrgeizigen Ziele der Deutschen Bank werden im Mittelstand längst erreicht – allerdings mit starken Schwankungen.

FRANKFURT/BERLIN. "25 Prozent Eigenkapitalrendite sind für ein mittelständisches Unternehmen außerhalb von Krisenzeiten nicht ungewöhnlich", heißt es in einer Studie, die die staatliche Förderbank KfW heute veröffentlicht. Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann löste 2003 eine Debatte aus, als er eine solche Vorsteuerrendite als Ziel für sein Institut reklamierte - er hält es noch heute für erreichbar.

Die KfW kommt in ihrer Untersuchung zu dem Schluss, dass börsennotierte Großunternehmen aus den Aktienindizes Dax und MDax in den wirtschaftlichen Boomjahren 2006 und 2007 im Durchschnitt sogar noch höhere Eigenkapitalrenditen erzielen konnten als 25 Prozent. Auch über die Hälfte aller Mittelständler wiesen eine Eigenkapitalverzinsung aus, die höher lag.

Stabil sind die hohen Erträge allerdings nicht: Bei den Dax- und MDax-Unternehmen brachen sie in der Krise im Durchschnitt von 30,1 Prozent im Jahr 2007 auf 4,4 Prozent im ersten Halbjahr 2009 ein. Für die mittelständischen Betriebe liegen noch keine Daten vor, da sie sich in der Vergangenheit aber meist ähnlich entwickelten, rechnet die KfW mit einem ähnlich starken Renditeeinbruch.

Enorme Renditen gibt zudem nur um den Preis eines höheren Risikos: Denn besonders hoch war die Eigenkapitalrendite bei Firmen mit niedriger Eigenkapitalquote. Wenn eine Firma sich stark über Kredite finanziert, dann verteilt sich der erwirtschaftete Gewinn auf eine geringere Eigenkapitalbasis. "Die Studie zeigt, dass die Eigenkapitalrendite umso stärker schwankt, je niedriger die Eigenkapitalausstattung ist. In guten Zeiten bedeutet das eine höhere Rendite, in schlechten Zeiten aber ein höheres Insolvenzrisiko", sagt Irsch.

Auch Banken sind für ihre relativ niedrige Kapitalausstattung bekannt. Deshalb ist das Renditeziel der Deutschen Bank nach Einschätzung der KfW "nicht so ambitioniert, wie es oft eingeschätzt wurde". Banken haben laut Irsch zwar eine niedrigere Eigenkapitalquote als realwirtschaftliche Betriebe, "dafür ist ihr Geschäftsrisiko aber geringer, weil sie breiter diversifiziert sind", argumentiert Irsch. Wenn zum Beispiel das Kreditgeschäft nicht laufe, könne die Bank vielleicht im Wertpapierhandel Geld verdienen oder mit der Begleitung von Aktien- und Anleiheemissionen.

Gerade dieser Aspekt der geschäftlichen Diversifikation sorgt auch für den Unterschied zwischen großen und kleinen Unternehmen in der Realwirtschaft. "Kleine Unternehmen müssen mehr Risiko in Kauf nehmen, um ihre Rendite um ein bestimmtes Maß zu steigern. Denn zum einen ist ihre Eigenkapitalquote im Schnitt deutlich niedriger, zum anderen ist ihr Geschäftsrisiko höher", sagt Irsch. Ein Großkonzern wie Siemens biete zum Beispiel viele Produkte weltweit in vielen Regionen an, der Einzelhändler um die Ecke oder ein Handwerksunternehmen operiere dagegen nur in einem begrenzten Einzugsgebiet.

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