„abgeordnetenwatch.de“: Gregor Hackmack: Animateur der Demokratie

„abgeordnetenwatch.de“
Gregor Hackmack: Animateur der Demokratie

Mit seinem Internetportal "abgeordnetenwatch.de" fördert Gregor Hackmack den Dialog zwischen Wählern und Politikern. Dafür wurde er zum "Social Entrepreneur" gekürt. So ganz gewöhnt hat sich der Jungunternehmer an seine Auszeichnung allerdings noch nicht.

Gregor Hackmack sitzt am Konferenztisch seines Büros, den Rücken durchgestreckt, die Sätze kommen zügig und durchdacht. Er spricht über soziale Probleme, Innovationen und Menschen, die Verantwortung übernehmen. Kurz, es gehe bei diesem Preis um Leute, die "die Welt verbessern", sagt er. Und da muss er kurz lachen, nicht belustigt, eher verlegen, überspielend. Dass sein Internetportal gleich die Welt zu einer besseren macht, so anmaßend will er nun doch nicht sein. Trotz Ernennung zum "Ashoka Fellow 2008".

Seit November ist er Mitglied dieses erlesenen Kreises. Die gemeinnützige Organisation, die in fast 70 Ländern vertreten ist, unterstützt Unternehmer, die mehr im Sinn haben als die Maximierung ihres Gewinns. Es geht um gesellschaftliches Engagement, und das beweist Hackmack durch seine Webseite Abgeordnetenwatch.de. Über dieses Portal können Bürger mit ihren Abgeordneten in Dialog treten. Fragen und Antworten werden veröffentlicht, und mit der Zeit entstehe ein "kollektives Wählergedächtnis", so Hackmack. "Unser Ideal ist es, weg von der Zuschauerdemokratie und hin zur Mitmach-Demokratie zu kommen."

Ashoka hilft ihm dabei vor allem durch Kontakte. Renommierte Firmen, Anwaltskanzleien und Beratungsunternehmen unterstützen sie. Die Größe des Netzwerks und den Nutzen, der sich daraus ziehen lässt, kann Hackmann noch nicht abschätzen. Aber Ashoka übernimmt zudem drei Jahre lang sein Gehalt.

Politisiert worden ist Gregor Hackmack früh. Er stammt aus Hitzacker, knapp 30 Kilometer von Gorleben entfernt, die Atomtransporte durchs Wendland, die Proteste und das Aufgebot der Polizei, all das hat ihn geprägt. Er gründete eine Schülerzeitung, organisierte Demos und studierte Politik in Hamburg und London. 2004, nach seinem Abschluss, fragten er und sein Kommilitone Boris Hekele sich, wie man das Internet nutzen könne, um die Wähler und ihre Abgeordneten näher zusammenzubringen. Sie programmierten eine Internetseite und stellten die Profile aller in der Hamburger Bürgerschaft vertretenen Abgeordneten online.

Die Resonanz war positiv: Das Grimme Institut nominierte das Portal für seinen Online-Preis. Bei der Verleihung ging das Duo zwar leer aus, die Aufmerksamkeit zeigte aber: Die Idee lässt sich ausbauen. 2005 ging der Ableger Kandidatenwatch.de online; vor einer Wahl stehen die Kandidaten aller Parteien Rede und Antwort. Seit Dezember 2006 können Wähler Abgeordnete des Bundestags befragen.

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