Ablehnungsquote im Osten deutlich höher
Handwerk fordert offensivere Kreditvergabe

Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) übt Kritik an den Banken: Durch eine spürbar zurüchhaltendere Kreditvergabe würden Liquidität und Investitionskraft der Betriebe geschwächt. „Fast 30 Prozent der Verhandlungen endeten mit einer Ablehnung durch die Hausbanken“ erklärte ZDH-Präsident Dieter Philipp am Mittwoch in Berlin.

HB BERLIN. In den vergangenen zwölf Monaten hätten rund 43 Prozent der Handwerksbetriebe mit ihren Banken über Kredite oder Bürgschaften verhandelt. „Fast 30 Prozent der Verhandlungen endeten mit einer Ablehnung durch die Hausbanken“, sagte ZDH-Präsident Dieter Philipp am Mittwoch in Berlin mit Hinweis auf eine aktuelle Umfrage seines Verbandes. An der Erhebung beteiligten sich 13 800 Betriebe mit mehr als 180 000 Beschäftigten.

Die Ablehnungsquote war den Angaben zufolge im Osten mit 39,5 Prozent deutlich höher als im Westen (27,1 Prozent). Als Gründe für die Ablehnung wurden unzureichende Sicherheiten, zu geringes Eigenkapital oder mangelnde Ertragskraft der Betriebe angeführt. In einigen Fällen hätten die Banken festgelegt, für bestimmte Branchen generell keine Kredite mehr auszureichen. Dies betreffe vor allem die Bau- und zunehmend auch die Kfz-Branche, erklärte Philipp. Es sei inakzeptabel und „fahrlässig“, dass es etwa für wirtschaftlich starke Unternehmen einer insgesamt schwachen Branche keine Kredite mehr gebe. Hier müsse individuell geprüft werden. Zudem müssten die Banken dringend ihre Beratungsangebote verbessern.

Der ZDH-Präsident mahnte eine Ausrichtung der Förderprogramme an die Bedürfnisse der Handwerksunternehmen an. Die Verschmelzung der Deutschen Ausgleichsbank (DtA) mit der KFW-Bank im Vorjahr habe keine Programmänderung bewirkt. So sei etwa die Zahl der im Programm „Unternehmerkapital“ vergebenen Förderkredite im ersten Halbjahr 2004 um fast ein Drittel im Vorjahresvergleich zurückgegangen. Die 846 600 deutschen Handwerksbetriebe erwirtschafteten 2003 mit 5,1 Millionen Beschäftigten einen Umsatz von rund 469 Milliarden Euro. Für 2004 wird ein Umsatzrückgang von ein bis zwei Prozent und ein Rückgang der Beschäftigtenzahlen um bis zu 150 000 erwartet.

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