ABS hält Einzug in die Mittelstandsfinanzierung
Forderungsverbriefung schafft Liquidität

Das Instrument der Forderungsverbriefung stand bis vor kurzer Zeit nur Großunternehmen zur Verfügung. Für den deutschen Mittelstand ist diese Finanzierungsvariante jedoch gleichermaßen von großem Interesse.

Der Grund: hohe Forderungsbestände binden erhebliche Finanzmittel auf der Passivseite, die dadurch für investive Verwendungen nicht zur Verfügung stehen. Eine Auswertung der Bilanzen von industriellen IKB-Firmenkunden zeigt, dass Unternehmen mit Jahresumsätzen von über 100 Millionen Euro oft Forderungsbestände aus Lieferungen und Leistungen im zweistelligen Millionenbereich haben. Vor allem Unternehmen aus dem Verarbeitenden Gewerbe agieren häufig global als erfolgreiche Nischenanbieter mit vielfältigen Abnehmerbeziehungen in alle Welt. Umsatzwachstum ist bei diesen Unternehmen fast zwangsläufig mit dem Aufbau eines erhöhten Forderungsbestandes verbunden.

In einem Umfeld, in dem die Risikosensibilität auf Seiten der Financiers zugenommen hat und sich die Kreditmargen in zunehmendem Maße an der Unternehmensbonität bemessen, gewinnen innovative Finanzierungsvarianten in besonderer Weise an Bedeutung. Dies umso mehr, als sich dadurch zusätzlich die betrieblichen Bilanzrelationen und damit auch wiederum die Unternehmensbonität verbessern lassen. Genau an diesem Punkt gilt es für ein Unternehmen im Sinne einer kosteneffizienten Finanzierungsstrategie anzusetzen – die Forderungsverbriefung ist hierfür eine hoch-interessante Möglichkeit.

Das Grundprinzip einer Verbriefung besteht darin, dass aus dem Forderungsbestand des Unternehmens ein möglichst breit diversifiziertes Forderungsportfolio zusammengestellt wird, das anschließend auf revolvierender Basis in handelbare Wertpapiere – zumeist Asset Backed Securities (ABS) – umgewandelt wird. Diese Wertpapiere werden am Kapitalmarkt emittiert. Im Ergebnis erhält das Unternehmen Liquidität für Forderungen. Abgewickelt wird eine solche Transaktion über eine eigenständige Zweckgesellschaft – in der Finanzierungssprache „Special Purpose Vehicle (SPV)“ genannt. Im Unterschied zum Factoring hält das Gläubigerunternehmen weiterhin das gesamte Debitorenmanagement im Sinne einer vertrauensvollen Kundenbeziehung in seinen Händen.

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