Absicherung des Kreditrisikos
Wenn der Unternehmer krank wird

Was für Verbraucherkredite und Leasinggeschäfte schon lange die Regel ist, spielte im Kreditgeschäft für Firmenkunden bisher keine Rolle: die Restschuldversicherung. Das ändert sich langsam. Nun können sich auch Unternehmen gegen die Risiken Arbeitsunfähigkeit und Tod des Unternehmers absichern.

BIELEFELD. Das Wohl und Wehe einer Firma hängt viel zu häufig an der Gesundheit des Unternehmers. Selbständige, Freiberufler und Unternehmer haften für alle Kredite ihres Unternehmens persönlich. Dies gilt für Inhaber von Einzelfirmen und Personengesellschaften, aber oft auch für die Gesellschafter-Geschäftsführer von GmbHs. Fallen diese Unternehmer längere Zeit aus, zum Beispiel durch einen schweren Unfall oder eine schwere Krankheit, ist oft die Existenz des Unternehmens akut gefährdet.

Erst seit kurzem sind Restschuldversicherungen für gewerbliche Kredite auf dem Markt, die den bewährten Versicherungsschutz aus dem Konsumentenkreditbereich in den Gewerbe- und Firmenkundensektor übertragen. Die Neuerung steckt in der Höhe der versicherten Kreditsummen, denn Konsumentenkredite sind normalerweise deutlich geringer als Unternehmenskredite.

Wegen des fehlenden Angebots konnten die biometrischen Risiken bislang nicht ausreichen abgesichert werden, da sowohl Berufsunfähigkeitsversicherungen als auch Krankentagegeldversicherungen nur eingeschränkte Deckungsmöglichkeiten bieten. Die Versicherungsleistungen reichen aus, um den Lebensunterhalt des Unternehmers abzusichern, aber nicht, um auch noch die Kredite des Gewerbebetriebs zu bedienen.

Die Folgen für den Unternehmer sind bekannt. Kreditlinien werden erst eingeschränkt, dann gekündigt. Es folgt der Rückgriff auf das Vermögen des Unternehmers. Der Unternehmer, der ja schon seine Gesundheit verloren hat, verliert auch noch sein Vermögen, seine Altersvorsorge und seine soziale Stellung.

Die neuen Restschuldversicherungen sichern im Standardbereich Kredite von 30.000 bis eine Million Euro ab. Individualanfragen bis 7,6 Mill. Euro sind möglich. Die maximale Kreditlaufzeit beträgt bis zu 30 Jahre. Egal ist die Art der Kredite: vom Barkredit, über Betriebsmittelfinanzierungen bis hin zu Immobiliendarlehen ist alles möglich. Und dies gilt sowohl im Neugeschäft, als auch im Bestand.

Im Todesfall werden alle noch ausstehenden Kreditraten getilgt. Ist der Unternehmer länger als zwei Monate arbeitsunfähig, werden die monatlichen Kreditraten übernommen, so dass sich der Unternehmer in Ruhe auskurieren kann. Nach zwölf Monaten andauernder Arbeitsunfähigkeit wird der bestehende Restkredit abgelöst.

Alle Leistungszahlungen erfolgen dabei auf das Kreditkonto. Wie im Restschuldversicherungsbereich üblich, ist das Kreditinstitut der Versicherungsnehmer, der Unternehmer ist versicherte Person. Obwohl die gewerblichen Restschuldversicherungen einen deutlich besseren Leistungsumfang bieten, liegen die Prämien zum Teil unter denen einer vergleichbaren Berufsunfähigkeitsversicherung.

Matthias Schnettler ist Prokurist bei der » GIA Gesellschaft für internationale Assekuranzvermittlung

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