Afrika
Simbabwe wartet auf energiereiche Investoren

Simbabwe hat viele Baustellen. Eine ganz dringende ist die marode Infrastruktur des Landes - ganz besonders im Energiesektor. Derzeit kann das Land nur 50 Prozent seines Strombedarfs decken. Die Regierung wartet auf Investoren.

HARARE. Simbabwe benötigt dringend Investitionen in die Infrastruktur. Das Land hat jedoch kein Geld und ist auf Unterstützung aus dem Ausland angewiesen. Reichlich Potenzial besteht bei Kohle- und Wasserenergie. Derzeit kann nur etwa die Hälfte des nationalen Strombedarfs gedeckt werden. Eine Rehabilitierung vorhandener Kraftwerke würde diesen Engpass beenden. Zudem braucht das Übertragungs- und Distributionsnetz eine Finanzspritze. Auch der Mangel an Fachkräften stellt einen Engpass dar.

Das Ministry of Energy and Power Development hat viele Ideen für Aktivitäten in Simbabwes Energiesektor. Allerdings fehlt es an Geld. Erste Hilfsgelder wurden aufgrund deutlich verbesserter politischer Verhältnisse zwar Anfang 2009 bewilligt, sie beschränken sich aber auf Nothilfe.

Bereits nach wenigen Monaten der simbabwischen "Doppelregierung" unter Präsident Robert Mugabe und Premierminister Morgan Tsvangirai mehren sich die positiven Zeichen einer Öffnung des lange Zeit international isolierten Landes. Es scheint, als ob Tsvangirai und seine Minister der Partei MDC frischen Wind in die heimische Politik bringen. Die internationalen Geber beobachten die Entwicklung genau. Sollten sich die derzeit noch sehr instabil erscheinenden positiven Zeichen als nachhaltig erweisen, dann dürfte reichlich Kapital von öffentlichen und privaten Gebern in die ehemalige britische Kolonie fließen. Dabei zählt der Energiesektor zu jenen Bereichen, die am dringlichsten Unterstützung benötigen.

Der lokale Stromversorger Zimbabwe Electricity Supply Authority (ZESA) kann gerade einmal 50% des Strombedarfs decken. Im ganzen Land häufen sich lang anhaltende und großflächige Stromausfälle. Trotz einer offiziellen Kapazität von 2.071 MW produziert die ZESA derzeit nur 965 MW, weil sich die meisten Kraftwerke in marodem Zustand befinden. Darüber hinaus werden 150 MW importiert. Allerdings sind auch die Stromeinfuhren wegen annähernder Zahlungsunfähigkeit der ZESA nur noch bedingt gewährleistet. Die zur Verfügung stehenden 965 MW decken gerade einmal die Hälfte des Bedarfs (etwa 1.900 MW). Indessen versucht sich der boomende simbabwische Platinsektor anderweitig gegen Energieengpässe abzusichern: Zimplats hat bereits mit der mosambikanischen Hidroelectrica de Cahora Bassa über die Lieferung von Strom eine Einigung erzielt.

Im März 2009 veröffentlichte die Regierung den für alle Sektoren des Landes geltenden Maßnahmenplan "Short Term Emergency Recovery Programme (STERP)". Darin wurden folgende Punkte als dringlichste Maßnahmen für den Energiesektor identifiziert: 1. Der Abschluss von Ausbauphase 1 des Hwange-Kohlekraftwerks. 2. Der Ausbau und die Aufstockung der Stromerzeugungskapazität des Wasserkraftwerks Kariba South. 3. Die Rehabilitierung des Stromübertragungs- und verteilungsnetzes. 4. Die langfristige Sicherstellung von Stromimporten solange das Land unter einem Energiedefizit leidet.

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