Albert Darboven
„Kaffeeröster führen barbarischen Wettbewerb“

Kaffeekönig Albert Daboven hat ein klares Motto: Keine Kompromisse! In seiner Brust schlägt das Herz der alten Schule. Im Interview mit dem Handelsblatt spricht er über Billigkaffe und TV-Spots - und erklärt, warum sein Unternehmen ernsthaften Krach mit dem Hersteller von Senseo-Pads hatte.
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Handelsblatt: Herr Darboven, als Kaffeekönig sind Sie via TV-Werbespot seit zwei Jahrzehnten Gast in den deutschen Wohnzimmern. Ist das ein Ausdruck Ihres Sendungsbewusstseins?

Albert Darboven: Meinen damaligen Mitinhaber und Onkel Nikolaus habe ich gebeten, sich als Werbemodell für unseren Kaffee zur Verfügung zu stellen. Er tat das mit Erfolg. Nach ihm habe ich die Kaffeewerbung mit meiner Botschaft an die Endverbraucher übernommen. Für die neuen Spots stelle ich nicht nur die Pferde zur Verfügung, sondern schreibe auch die Drehbücher selbst. Fernsehen macht mir Spaß. Und es wirkt: Ich bin der einzige Namensträger unter den deutschen Kaffeeproduzenten. Das unterscheidet Darboven von den anderen Mitbewerbern und gibt der Marke ein Gesicht.

HB: Was motiviert Sie, von Kopf bis Fuß Kaffeeunternehmer zu sein?

Darboven: Kaffee ist so ein schönes Produkt, Kaffee ist nicht nur Genuss, sondern auch flüssige Nahrungsaufnahme zugleich. Jeder Deutsche trinkt im Schnitt 180 Liter Kaffee im Jahr. Die Deutschen haben schon immer viel Wert auf gute Qualität gelegt. Als dann die Italiener mit ihrer Kaffeekultur von Espresso über Capuccino bis Latte Macciato kamen, haben die Deutschen sie mit offenen Armen aufgenommen.

HB: In den Renditen finden Sie die Kaffeeleidenschaft derzeit allerdings nicht wieder...

Darboven: ?weil der Lebensmitteleinzelhandel die Kunden über einen niedrigen Kaffeepreis in ihre Läden locken. Es gibt ja nicht viele Produkte, deren Preis die Menschen so gut zum Vergleich im Kopf haben. Die Handelsketten setzen darauf, dass die Konsumenten nicht nur den billigen Kaffee kaufen, sondern noch mehr. Als Kaffeeunternehmen bin ich aber nicht dazu da, meinem Produkt noch Geld beizulegen. Ich bin nicht daran interessiert, nur den Umsatz hoch zu pumpen.

HB: Dennoch sind Sie nach langem Zögern ins Geschäft mit Handelsmarken eingestiegen. Das ist doch inkonsequent.

Darboven: Sie haben Recht. Handelsmarken schaden meinen Hausmarken Eilles und Idee. Aber wir können daran nicht vorbei gehen. Unter den Kaffeeröstern herrscht ein barbarischer Wettbewerb: Die Röstindustrie als ganzes hat Produktionsreserven, ich schätze sie auf 30 bis 40 Prozent.

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