Als Frau in einer Männerbranche
Global Player mit ausgeprägtem Familiensinn

Iris König leitet in der vierten Generation das blechverarbeitende Unternehmen J. C. König in Solingen. Als Unternehmerin besteht sie in einer männlich geprägten Branche. Das war nicht immer einfach: Am liebsten hätte sie zuerst in anderen Unternehmen gearbeitet.

KÖLN. Das Büro von Iris König: Statt Lambda-Sonden und Stahl-Tiefziehteilen für den Sanitärbereich stechen selbst gemalte Bilder ihrer beiden Söhne ins Auge. Die Kinder-Kunstwerke hängen an der Pinnwand vor Aktenstapeln. „Für mich war klar, dass ich den Job nur mache, wenn er sich mit der Familie vereinbaren lässt“, erklärt die Chefin von 100 Mitarbeitern. „Dazu muss ich mich dann auch manchmal zwingen, um halb Fünf den Griffel fallen zu lassen.“ Da die langjährigen Kunden des Unternehmens ihre Handynummer haben, ist das dann auch kein Problem. Wenn die Chefin der Firma J.C.König auf Geschäftsreise geht, ist neben ihrem Ehemann noch ihre Tante da, die sich um ihre Kinder kümmert. Im Unternehmen stehen ihr ein Prokurist sowie ein Projektmanager für den technischen Bereich zur Seite.

Frauen an der Spitze von Metall-Unternehmen sind heutzutage immer noch eine Seltenheit. Iris König leitet als eine von drei Schwestern das Traditionsunternehmen in der vierten Generation. Für sie ist von Anfang an klar gewesen, dass Familienbetrieb für sie bedeutet, Familie und Betrieb unter einen Hut zu bekommen.

Dass eine der drei Töchter in seine Fußstapfen treten würde, damit hatte Iris Königs Vater nicht gerechnet. „Da ich früher Motorrad gefahren bin, hatte ich mich entsprechend für Maschinen und Technik interessiert“, erinnert sich König. Zum Studium der Wirtschaftswissenschaften wollte sie in der Nähe des elterlichen Betriebs bleiben und ging nach Wuppertal. Mit 25 Jahren wechselte sie dann direkt vom Hörsaal ins Büro.

Iris König erinnert sich, dass das nicht einfach war: Am liebsten hätte sie zuerst in anderen Unternehmen gearbeitet, „Praxis sammeln“, wie sie das nennt. „Aber die wollten mich nicht, weil sie sich sagten, ich würde früher oder später in den elterlichen Betrieb wechseln.“

Also fing sie direkt 1985 im Familienbetrieb an. Einige Geschäftspartner stellten anfangs ihre Kompetenz in Frage, was sich dann jedoch schnell gelegt hatte. „Bei den Geschäftsverhandlungen geht es um Preise. Da sind wir letztendlich alle gleich“, stellt die 48-Jährige trocken fest. Noch heute sind 90 Prozent ihrer Geschäftspartner Männer. „Von manchen Herren habe ich gehört, dass die Atmosphäre sehr viel gelockerter ist, wenn ich mit am Tisch sitze“, sagt König und lacht.

Die Hälfte der Produktion geht an die Automobilzulieferindustrie, die andere Hälfte in die Sanitärbranche. Der Exportanteil liegt bei 35 Prozent. So beliefert König beispielsweise weltweit sieben Werke von Bosch. Die Produkte gehen in die USA, nach Kanada, Mexiko und Brasilien.

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