Altersvorsorge: Freiberufler lehnen Versicherungspflicht ab

Altersvorsorge
Freiberufler lehnen Versicherungspflicht ab

Der Bundesverband der Freien Berufe sieht keine positiven Effekte einer Vorsorgepflicht für Selbständige. Die nötige Eigenverantwortlichkeit würde dadurch weiter abnehmen, sagte BFB-Hauptgeschäftsführer Metzler.
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BerlinDer Bundesverband der Freien Berufe (BFB) hat sich gegen eine Versicherungspflicht für Selbstständige ausgesprochen. „Den Selbstständigen sollte es offen stehen, selbst zu entscheiden, wie sie vorsorgen und in welchem Umfang sie vorsorgen können“, sagte BFB-Hauptgeschäftsführer Arno Metzler dem Handelsblatt.

Natürlich sollte der Staat weitere Anreize zur privaten Vorsorge setzen. „Wir haben aber die Sorge, wenn es zur Pflicht wird, dass dann die Eigenverantwortlichkeit weiter nachlässt und nur noch in den geforderten Grenzen vorgesorgt wird“, sagte Metzler, dessen Verband rund eine Million Freiberufler mit 2,9 Millionen Beschäftigten vertritt.

Laut Metzler bringe eine Vorsorgeverpflichtung keinen Gewinn. „Der mangelnde Ertrag ist bei denjenigen, die heute nicht vorsorgen, regelmäßig die Ursache“, so Metzler. Eine Pflichtversicherung für Selbstständige, die an kein obligatorisches Alterssicherungssystem gebunden ist, sei grundsätzlich abzulehnen.

Kommentare zu "Freiberufler lehnen Versicherungspflicht ab"

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  • Wie ist das eigentlich zu verstehen, wenn nur die unter 50 Jährigen hier zur Zahlung herangezogen werden und voraussichtlich erst mit 65-67 Jahren überhaupt in den Genuss einer Rente kommen werden. Was passiert die nächsten 15 Jahre mit den Einzahlungen ALLER Selbstständigen ? Da alle über heute 50 nicht einzahlen müssen,,,passiert was mit denen, wenn diese in Probleme geraten ?
    Als ich vor über 20 Jahren in die Selbstständigkeit wechselte war von Banken u. Versicherungen die die wachsende Lebensversicherung als die Altersvorsorge propagiert worden. Davon habe ich 3 Stück und die erste wird mit 58 fällig um diese dann in ein Altersicherndes Immobilienprojekt zur Umschuldung einfliessen zu lassen. Wo steckt hier der Sinn ? Wenn ich nun mit knapp 50 anfangen soll hier einzuzahlen. Wenn ich nur annähernd die 680 Euro im Monat bekommen möchte müsste ich ab heute minimum 800 Euro im Monat einzahlen da ja alle meine LV`s , Vermietung u. Verpachtung nicht angerechnet werden.
    Mein Sylvester Bleiguss sagte.: Es droht Betrug ! Jetzt weiss ich was damit gemeint war. Denn das Finanzamt zur Gebühreneinzugszentrale zur Altersicherung zu gestalten empfinde ich als höchst befremdlich, wo doch jeder weiss, daß dort nichts was reinkommt für das verwendet wird, für was es erhoben wurde.

  • er hat recht...lieber in eine private Rente einzahlen...privat kann ich jetzt nicht mehr, weil ich als sogenannter Scheinselbstständiger 19,9% Pflichtversichert bin und am minimum Kratze. Was ich dann vom Staat an Rente bekomme ist ein Witz...!!!

  • Versicherungspflicht JA, aber dann bitte für ALLE !

  • Da hat wieder irgendein (Sozial-)Politiker einen nahen Verwandten oder einen "guten Freund" im Aufsichtsrat von AWD & Co. oder will selbst bald in die freie Wirtschaft zu einem Finanzdienstleister wechseln. Wetten, dass?

  • Eine sehr geringe oder sogar negative Rendite ist hinzunehmen, so die höchstrichterliche Rechtsprechung (Musterklagen gab es schon). Vulgo: das Geld für die Rente kann man gleich verbrennen.

  • Es wird händeringend nach neuen Käufern für Staatsanleihen gesucht. Wie das? Indirekt über die Versicherungen. Damit die EUdSSSR noch ein paar Jährchen vor sich hindümpeln kann ;-)
    Frohes Neues Jahr!

  • Was ist das denn nun ?

    Hat nicht diese sinnfreie Regierung einem jeden der in die Selbständigkeit wechselte seine soweit erworbenen Ansprüche in der Rentenversicherung vor allem in Sachen Erwerbslosigkeit druch Unfall zusammengestrichen ?
    Waren es nicht jene die es einem noch nicht einmal ermöglichten einen Bestandsschutz durch eine Grundeinzahlung zu sichern ?

    Und Sie fordern nun die Pflicht ?

    Was hat es denn da die letzten Tage zu Tisch gegeben ?

    Substanzen die verboten sind ?

  • Da die Einzahler von heute auch die Rentenempfänger von morgen sind, werden sie es sich wahrscheinlich noch einmal überlegen.

    Nicht zu vergessen, dass die geburtenstarken Jahrgänge, die jetzt ins Vorrentenalter kommen, dann nur wenige Einzahljahre vor siche haben, aber noch eine lange Lebenserwartung.

    Die meisten Selbstständigen karpfen nicht am Existenzminimum. Sie sind noch immer gut genährt mit einer besseren Krankenversorgung als der deutsche Durchschnitt. Die Erwartung, das derart 'gesunde und gepflegte' Menschen NICHT durch ihr vorzeitiges Ableben die Rentenkassen schonen, sollten die Oberen beizeiten berücksichtigen.

    Man könnte vom Regen in die Traufe kommen.


  • Metzler hat völlig recht. Die Gängelung durch diesen Staatsapparat, deren Hauptzweck eigentlich die Beschäftigung weiterer Bürokraten ist, muss irgendwann mal eingeschränkt werden. Eine etwas andere Vorsorgepflicht wäre zur Not akzeptabel - ab einem gewissen Einkommen/Gewinn muss ein gewisser Prozentsatz in Form von Fonds gespart werden, die nur in Notfällen oder ab dem 67ten Lebensjahr freigegeben werden. Da das aber bei deutscher Gesetzgebung zu kompliziert wird, sollte man solche Pläne einfach begraben!

  • Man möchte beides: Befreiung von... und Teilhabe an...

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