Alterung der Belegschaft
Weiterbildung zahlt sich aus

Der demographische Wandel lässt sich nicht aufhalten und wird auch an Unternehmen nicht spurlos vorbeigehen. Noch wird das Thema gerade in kleineren und mittelgroßen Unternehmen eher stiefmütterlich behandelt. Für das Geschäft kann das aber durchaus zu Bedrohung werden.

bef DÜSSELDORF. Man muss ja nicht gleich einen internen „Age-Manager“ beauftragen, wenn ein Unternehmen sich und seine Personalarbeit auf die Alterung der Belegschaft und den demographischen Wandel besser einstellen will. Einen solchen Fachmann gibt es beispielsweise bei der Deutschen Telekom. Doch insgesamt, so kritisieren Experten, wird das Thema gerade in kleineren und mittelgroßen Unternehmen noch nicht ernst genug angegangen. Schließlich könne die Alterung der Belegschaft zu einer schleichenden Bedrohung des Geschäfts führen, sagt Stephan Scholtissek, Deutschland-Chef der Unternehmensberatung Accenture – etwa durch den Abfluss von wertvollem Wissen.

Derzeit beschäftigt ein Drittel der deutschen Unternehmen keinen Mitarbeiter der älter ist als 50 Jahre, ergab eine Forsa-Umfrage vom April dieses Jahres. In rund jedem fünften mittelständischen Betrieb gibt es zudem zumindest für gewisse Tätigkeitsbereiche bei der Einstellung eine Altersbegrenzung. Bei der Frage danach, welche Maßnahmen hilfreich wären, um die Beschäftigung älterer Mitarbeiter zu erleichtern, zeigten sich die meisten Unternehmer in der Umfrage ideenlos.

Scholtissek geht davon aus, dass die derzeit schlechten Beschäftigungschancen für ältere Arbeitnehmer im Jahr 2050 kein Thema mehr sein werden. Im Gegenteil: Sinkende Geburtenraten würden für einen immer größeren Mangel an qualifizierten Fachkräften sorgen. Diesen Trend können die Unternehmen nicht stoppen. Sie können aber vor allem ihre Personalarbeit auf die Veränderungen ausrichten.

Gefragt sind die Weiterbildungsarbeit im Unternehmen und der Transfer von Wissen zwischen jüngeren und älteren Mitarbeitern. „Das Ausscheiden älterer und erfahrener Mitarbeiter muss durch eine Wissens- und Lernkultur kompensiert werden, damit weder interne Erfahrungen noch Branchenwissen verloren gehen“, sagt Scholtissek. Experten raten dazu, in die Förderung älterer Arbeitnehmer zu investieren und diese zur kontinuierlichen Weiterbildung zu verpflichten.

Eine weitere Möglichkeit ist es, die Gehälter neu zu strukturieren und so die Unterschiede in der Bezahlung von Alt und Jung zu mindern.

Einige Unternehmen verzichten bereits auf Gehaltsbestandteile, deren Höhe sich nach dem Alter der Mitarbeiter richtet.

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