Am Auftritt nicht sparen
Messen in China werden professioneller

Die Zahl der Veranstaltungen steigt nach wie vor. Eine sorgfältige Auswahl und Vorbereitung für Aussteller ist daher unabdingbar. Doch auch die Organisatoren werden professioneller.

bfai SHANGHAI. In China wurden 2006 circa 3800 Messen abgehalten, 2007 werden es noch mehr sein. Firmenvertreter sprechen deshalb seit Jahren von einem "Wildwuchs an Fachmessen". Trotzdem kristallisieren sich allmählich die jeweils wichtigsten Veranstaltungen heraus, auch hat sich Shanghai als führender Messestandort etabliert. Unternehmen konzentrieren sich auf die Teilnahme an den Hauptmessen in den großen Metropolen und stellen gegebenenfalls zusätzlich in einer interessanten Provinz aus.

Ganze 781 Messen enthielt der führende nationale Messekalender "Directory of China & Overseas Exhibitions and Meetings" für 2006 - die wichtigsten von insgesamt 3.800 Veranstaltungen. Doch allein unter diesen befanden sich 35 Veranstaltungen zum Thema Kfz, 32 im Pharma- und Medizintechniksegment sowie 25 für die Elektronikbranche. Im Jahr 2007 nahm die Zahl erneut zu. Von 1.030 aufgeführten Messen waren 51 dem Pharma- und Medizintechnikmarkt zuzuordnen, 37 dem Automobil- und 29 dem Elektroniksektor. Allein auf die drei größten Messestädte des Landes, Shanghai, Beijing und Guangzhou entfielen 864 Veranstaltungen, davon 349 auf Shanghai (40 Prozent), 344 auf Beijing (39 Prozent) und 181 auf Guangzhou (21 Prozent).

Hauptgrund für diese Entwicklung ist vor allem der Wettbewerb zwischen den Provinzen und größeren Industriestandorten. Tatsächlich gab es Ende 2006 landesweit 170 Messegelände mit einer Fläche über 2000 qm. Insgesamt standen für Ausstellungszwecke 5,4 Mio. qm zur Verfügung, davon etwa zwei Drittel in Hallen und ein Drittel im Außenbereich. Um ihr Gelände auszulasten, setzen die Veranstalter immer wieder auf Publikumsrenner wie Automobilshows und andere Konsumausstellungen.

Für Unternehmen ist nicht leicht, aus der Masse an Veranstaltungen die richtigen auszusuchen. Viele sind klein, schlecht organisiert und erreichen die Zielgruppen nicht. Der Zusatz "International" bedeutet nur, dass ausländische Unternehmen teilnehmen können, nicht mehr. Auch hohe Besucherzahlen sprechen nicht unbedingt für Qualität, da es sich häufig nur um Schaulustige handelt.

Trotzdem ist insgesamt ein Trend zur Professionalisierung festzustellen. Universalmessen, auf denen Seidentücher neben CNC-Maschinen gezeigt werden, finden heute fast nur noch auf der Provinzebene statt. Dagegen nimmt die Zahl der für ein spezifisches Publikum zugeschnittenen Fachmessen zu. Dazu hat auch beigetragen, dass inzwischen viele internationale, darunter alle großen deutschen Messegesellschaften eigene Büros vor Ort unterhalten und erfolgreiche Veranstaltungen aus der Heimat nach China exportieren.

Shanghai hat sich mittlerweile zum wichtigsten Messeplatz entwickelt. Abgesehen von einer großen internationalen Ausstellerbeteiligung ziehen die Veranstaltungen immer mehr Kunden aus Südostasien, aus Indien und sogar aus Afrika und Südamerika an.

Nach Ansicht deutscher Firmenvertreter genügt es oft, sich auf die Metropolen zu konzentrieren. In einem nächsten Schritt empfiehlt sich die Teilnahme an einer der größeren regionalen Messen. Diese sind zwar kleiner und mitunter weniger gut organisiert, dafür fänden sich dort zumeist Fachbesucher. Allerdings ist die Auswahl sorgfältig zu treffen, denn mittlerweile finden allerorten und jeden Monat kleinere Veranstaltungen statt - oftmals nur einmalig. Mitunter lohnt der Blick auf die Leitmessen in Hongkong (SVR) oder sogar in Deutschland, da es sich dort bei den chinesischen Besuchern um finanzstarke Unternehmen handelt.

Grundsätzlich wird die Effizienz von Messeteilnahmen von Branche zu Branche, aber auch innerhalb einer Branche sehr unterschiedlich beurteilt. Gerade im Investitionsgüterbereich resultieren viele Geschäfte aus Messen. Im Konsumgütergeschäft gelten sie vielfach als probates Mittel, Neuheiten einem breiten Publikum bekannt zu machen. Andere sehen sie als Pflichtveranstaltungen, auf denen ein internationales Unternehmen Flagge zeigen muss.

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