Angebote zu niedrig
Willy Bogner will doch nicht verkaufen

Bogner bleibt in Bogners Hand: Willy Bogner will den gleichnamigen Sportbekleidungshersteller doch nicht verkaufen. Die Angebote blieben offenbar unter seinen Erwartungen. Wie es nun weitergeht, ist unklar.
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Düsseldorf/MünchenWilly Bogner hat sich entschieden. Kurz und knapp ließ der Unternehmer am Mittwochnachmittag die Öffentlichkeit wissen, dass er den Verkauf seines Modeunternehmens abgesagt hat.

In letzter Zeit sei viel über einen Verkauf spekuliert worden, teilte Bogner mit. „Richtig ist, dass diese Option vom Eigentümer geprüft wurde und sich viele Interessenten weltweit gemeldet haben.“ Er habe sich jedoch entschieden, „diesen Weg im Moment nicht weiter zu verfolgen, sondern die Expansion mit dem eigenen Team voranzutreiben“, schließt die kurze Mitteilung.

Doch wie geht es jetzt langfristig weiter? Die Antwort bleibt der Unternehmenschef schuldig. Willy Bogner ist bereits 73 Jahre alt – und hat offenbar keinen geeigneten Nachfolger gefunden.

Die Gebote hatten die Erwartungen des früheren Skistars laut Finanzkreisen bei weitem nicht erfüllt. Er hatte sich bis zu 750 Millionen Euro für das Unternehmen erhofft, das letzte Angebot eines Konsortiums um den früheren Coty-Chef Bernd Beetz hatte aber unter 300 Millionen Euro gelegen.

Beetz hatte sich unter anderem mit Daimler-Vorstandschef Dieter Zetsche und Fußball-Weltmeister Philipp Lahm vom FC Bayern München zusammengetan. Beetz hatte den weltgrößten Parfümhersteller Coty (Chloe, Chopard, Jil Sander) von 2001 bis 2012 geführt.

Bogner hatte die Investmentbank Goldman Sachs beauftragt, einen Käufer für die 1932 von seinem Vater gegründete Firma zu finden. Insgesamt hatten mehr als zehn Interessenten eine Übernahme geprüft, darunter der Finanzinvestor Permira. Doch die Sanktionen des Westens gegen Russland - einer der wichtigsten Märkte für Willy Bogner - kamen ihm in die Quere. Die Umsätze waren dort in der Wirtschaftskrise eingebrochen.

Tobias Döring, Redakteur Unternehmen, Handelsblatt Online
Tobias Döring
Handelsblatt / Chef vom Dienst
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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