Anlagenbauer
Sinkende Nachfrage bei SMS

Die Geschäfte des Anlagenbauers SMS kühlen sich ab. Den Grund dafür sieht Firmenchef Heinrich Weiss in der Euro-Krise. Dennoch plant der Familienkonzern weitere Übernahmen. Eine ist schon im Visier.
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DüsseldorfDer Anlagenbauer SMS Group verspürt einen Dämpfer bei der Nachfrage. "Wir haben in den letzten zwei bis drei Monaten ein Abkühlung verzeichnet", sagte Firmenchef Heinrich Weiss gestern bei der Bilanzvorlage für das Geschäftsjahr 2011. Anlass für die Zurückhaltung der Kunden ist die Krise in Europa.

Der Euro-Pessimismus weite sich aus und schlage sich nun auch in der Realwirtschaft nieder, sagte der Familienunternehmer. Weiss warnte vor einem Austritt Griechenlands aus der Gemeinschaftswährung. Dies hätte unkontrollierbare Folgen - womöglich auch für das Geschäft des Düsseldorfer Unternehmens. Es sei denkbar, dass Kunden ihre Bestellungen zurückstellten.

Die Firmengruppe zählt zu den größten Anbietern von Walzwerken und Anlagen für die Stahlindustrie. Wegen der unsicheren Lage hält es Weiss für möglich, dass der für dieses Jahr angestrebte Zuwachs beim Auftragseingang nicht erreicht werden kann. Einen Auftragseingang auf Vorjahresniveau hält der Unternehmer für realistisch.

Im vergangenen Jahr hatte der Konkurrent von Siemens Aufträge im Wert von 3,4 Milliarden Euro verbucht und zugleich den Umsatz mit 3,1 Milliarden Euro stabil gehalten. Der Vorsteuergewinn blieb mit 265 Millionen Euro unverändert gegenüber dem Vorjahr.

Ungeachtet der sich abzeichnenden Abkühlung plant SMS nach der Übernahme des Spezialmaschinenbauers Elexis weitere Akquisitionen. Im Visier haben die Rheinländer den luxemburgischen Hochofenbauer Paul Wurth. Vom weltgrößten Stahlkonzern Arcelor-Mittal will SMS eine 48-prozentige Beteiligung an der Firma erwerben, der Rest liegt in den Händen des Staates Luxemburg und eines Fonds.

Weiss schloss nicht aus, dass SMS eine Mehrheit an Paul Wurth übernehmen könnte. Bei der industriellen Führung pocht er auf ein Mitspracherecht. Die Akquisition - die weniger als 400 Millionen Euro kosten soll - kann die Familienfirma aus eigener Kraft stemmen. Ihre liquiden Mittel liegen bei 2,6 Milliarden Euro.

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