Anleihenmarkt
Geschwächt, aber nicht tot

Nicht nur für Konzerne, sondern auch für Mittelständler können Anleihen ein interessantes Mittel zur Fremdfinanzierung sein. Durch die Finanzkrise ist der Markt zwar kleiner geworden - wer keine Wunder erwartet, kann aber dennoch Geld einsammeln

KÖLN. Viele Mittelständler sehen sich derzeit nach alternativen Finanzierungsmöglichkeiten um, allein auf Bankkredite will sich kaum noch jemand verlassen. Ein Mittel der Wahl können Anleihen sein. Diese werden zwar vor allem von großen Unternehmen emittiert, aber auch größere Mittelständler sind mit im Geschäft: Zum Beispiel der Nürnberger Draht- und Kabelhersteller Leoni, der Mitte 2006 eine Anleihe mit sieben Jahren Laufzeit herausgab. Weil Anleihen kapitalmarktnahe Finanzierungsinstrumente sind, ist ihre Attraktivität im Zuge der Finanzkrise zwar gesunken. Völlig abwegig ist es für Mittelständler dennoch nicht, Anleihen herauszugeben - der Markt dafür ist geschwächt, aber nicht tot.

Wenn ein Unternehmen gewerbsmäßig Geld am Kapitalmarkt einsammelt, das heißt etwa sechs bis acht vergleichbar strukturierte Darlehen plant, braucht es eine Banklizenz. Anders sieht es mit Inhaberschuldverschreibungen aus. Ein Unternehmer, der damit Geld einsammeln will, verkauft sie entweder selbst oder über eine eigens dafür gegründete Zweckgesellschaft an Banken oder Privatinvestoren. So bekommt er Geld für neue Investitionen, und die Investoren erhalten Zinsen in zuvor festgelegter Höhe - außerdem am Ende der Laufzeit das verliehene Geld zurück.

Anleihen laufen meist über drei bis sieben Jahre. "Dem gehobenen Mittelstand kann diese Finanzierungsalternative unter bestimmten Voraussetzungen zur Verfügung stehen", sagt Dominik Buric, Direktor im Bereich Kapitalmarktfinanzierungen bei der Landesbank Baden-Württemberg. "Kleinere Unternehmen, die nur eingeschränkt kapitalmarktfähig sind, haben einen erschwerten Zugang zum Anleihenmarkt." Denn wer sich am Geschäft mit Anleihen beteiligt, muss einiges beachten.

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Will man den Schuldschein öffentlich anbieten oder auf dem Kapitalmarkt handeln, muss der Emittent einen Wertpapierprospekt nach gesetzlichen Vorgaben erstellen. Damit sollen Interessenten ein realistisches Bild von den Risiken des Papiers und der Güte des Schuldners bekommen. Denn wenn der Emittent insolvent wird, sieht der Investor sein Geld meist nicht wieder.

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