Anreize für Unternehmen
Indonesiens Regierung will Vulkane anzapfen

Zahlreiche Vulkane statten Indonesien mit dem weltweit größten Potenzial für die Energiegewinnung aus Erdwärme aus. Bislang bleiben die Ressourcen jedoch weitgehend ungenutzt. Nach den gestiegenen Ölpreisen stehen zwar erneuerbare Energien auf dem Archipel hoch im Kurs. Bislang klagen Investoren allerdings über die ungünstigen Rahmenbedingungen. Letztere wollen die Verantwortlichen verbessern und kündigen Anreize für Unternehmen an.

bfai JAKARTA. Das Ministry of Energy and Mineral Resources will Unternehmen in erster Linie mit lukrativen Steuererleichterungen dazu bewegen, in den Geothermie-Sektor zu investieren. Schon im Jahr 2003 sollten durch die Verabschiedung des "Geothermal Bill" bessere Rahmenbedingungen für die Branche geschaffen werden. Insbesondere auf Grund der Überlappung mit anderen gesetzlichen Bestimmungen blieben die Fortschritte jedoch aus. Investoren bemängelten Rechtslücken und -unsicherheiten und scheuten das finanzielle Risiko.

Den Weltanteil des Entwicklungslandes, was das Potenzial an Quellen für Geothermie angeht, schätzt das Unternehmen Chevron auf etwa 40 Prozent. Gegenwärtigen Untersuchungen zufolge könnten theoretisch mehr als 20 000 Megawatt (MW) installiert werden, um den kontinuierlich wachsenden Energiebedarf der mehr als 220 Mill. Einwohner zu decken. Tatsächlich installiert wurden auf dem Archipel bislang erst Kapazitäten in einer Größenordnung von 800 MW, was noch nicht einmal 4 Prozent des vorhandenen Potenzials entspricht. Damit liegt das Entwicklungsland trotz Ressourcenvorteilen beispielsweise gegenüber den USA (mehr als 2 000 MW), den Philippinen (rund 1 775 MW) oder Mexiko (knapp 1 000 MW) im Hintertreffen. Die Inseln mit dem größten Geothermie-Potenzial sind Sumatra (ca. 9 500 MW), Java-Bali (insgesamt rund 5 600 MW) sowie Sulawesi mit etwa 1 500 MW.

Etwa drei Fünftel der installierten Kapazitäten in Indonesien gehen auf das Konto von Chevron Corp. Nahezu sämtliche Anlagen datieren allerdings noch aus der Zeit vor der allgemeinen Wirtschafts- und Finanzkrise Ende der Neunziger Jahre. Damals waren die Vorhaben auf Grund von langfristigen, lukrativen Verträgen noch rentabel, berichten Branchenvertreter. So konnte beispielsweise die erzeugte Energie dieser Projekte unter der Suharto-Regierung dem Vernehmen nach für 6,5 US-Cent pro kWh veräußert werden. Nach der Asienkrise war klar, dass die staatliche Energiegesellschaft PLN den erzeugten Strom nicht mehr zu diesem Preis abnehmen kann.

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