Anwälte prüfen Klagen
Mittelständler kritisieren Bankberatung

Neben der Deutschen Bank stehen auch Commerzbank und HVB Klagen von Mittelständlern ins Haus. Nach Ansicht von Anwälten haben die Anleger wegen falscher Beratung bei riskanten Zinsgeschäften Millionensummen verloren.

Reuters FRANKFURT / MÜNCHEN. „Wir prüfen, ob es Ansprüche gegen die Commerzbank und die HVB gibt“, sagte Rechtsanwältin Marlen Träber von der Münchener Kanzlei Rössner. Die Zahl der geschädigten Unternehmen, die sich an die Kanzelei gewandt hätten, liege im einstelligen Bereich. Gegen die Deutsche Bank seien bereits Klagen eingereicht worden.

Die Frankfurter Anwaltskanzlei Nieding + Barth erklärte, sie gehe neben der Deutschen Bank gegen zwei weitere deutsche Großbanken vor. Mit einem der Institute habe sich die Kanzlei bereits auf einen Vergleich geeinigt, sagte Anwalt Klaus Nieding. Rund 90 Prozent der Ansprüche richteten sich gegen die Deutsche Bank. Insgesamt vertrete er 15 geschädigte Kommunen und Unternehmen.

Die Anwälte werfen den Banken vor, mittelständische Kunden bei riskanten Zinsgeschäften (Swaps) unzureichend beraten zu haben. Swaps sind komplexe Finanzprodukte, bei denen es im Kern um eine Wette auf Zinsunterschiede geht. Commerzbank und HVB wollten sich nicht äußern. Die Deutsche Bank hatte bereits am Samstag Beratungsfehler zurückgewiesen. „Wir haben die Anleger immer umfassend über die Risiken aufgeklärt“, hatte eine Banksprecherin gesagt.

Deutschlands größtes Geldhaus führt derzeit mit der Stadt Würzburg einen Rechtsstreit um Millionenverluste aus solchen Swap-Geschäften. In der ersten Verhandlungsrunde Anfang Juli vor dem Landgericht Würzburg sprach die Richterin von einer Mitschuld für die Bank. Ein Urteil gibt es noch nicht. Das Gericht gab beiden Seiten mehrere Monate Zeit für den Austausch weiterer Schriftsätze. Frühestens Ende des Jahres dürfte mit einem neuen Verhandlungstermin zu rechnen sein.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%