Anwaltskanzleien bereiten vor
Insolvenzwelle bedroht Unternehmen

Große Anwaltskanzleien bereiten sich schon auf ein mögliches Ende des mit lange Zeit extrem billigem Kapital von Private-Equity-Unternehmen getriebenen Übernahmebooms vor.

Da viele Finanzierungen auf Kante genäht seien, rechnen die Anwälte bei steigenden Zinsen mit zusätzlichem Beratungsbedarf bei den übernommenen Unternehmen. Die Fonds müssen diese länger halten, die Finanzierung dürfte schwieriger werden, mehr Pleiten könnten die Folge sein.

Bis zu 45 Anwälte von Deutschlands größter Kanzlei Freshfields Bruckhaus Deringer stehen bereit, um neue Aufgaben zu übernehmen. Freshfields will mit diesen Mitarbeitern bei Bedarf das für Restrukturierungen und Insolvenzen zuständige Team verstärken. In internen Veranstaltungen werden die Anwälte anhand von Fallstudien für die neue Marktlage fit gemacht. Unter ihnen befinden sich auch Juristen, die bislang vor allem Private-Equity-Deals einfädeln und abwickeln. "Die Themen Restrukturierungen und Insolvenzen haben an Aktualität gewonnen", bestätigt der auf Restrukturierungen spezialisierte Freshfields-Partner Lars Westpfahl.

In den vergangenen Jahren haben Anwälte wie auch Unternehmensberater und Investmentbanker stark vom Geschäft mit den Heuschrecken profitiert. So beriet Freshfields etwa KKR und Goldman Sachs Capital Partners beim Kauf der Gabelstaplersparte von Linde sowie Permira beim Verkauf von SBS an ProSiebenSat 1.

Dass das Restrukturierungsgeschäft wichtiger wird, glaubt auch die Konkurrenz. "Die Beratung wird hier nicht nur bei Transaktionen relevant, sondern auch im Zusammenhang mit Corporate Governance, Finanzierung und der Haftung der Geschäftsleitung", sagt Daniela Weber-Rey, Partnerin bei Clifford Chance. Gefördert werde das auch durch verschärfte Haftungsregeln im GmbH-Recht. Die Kanzlei wird daher das etablierte Team ausbauen und bei der nächsten Partnerwahl Anwälte aus dem Bereich berücksichtigen.

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