Apollo Capital-Chef Steininger
Ein „Dealmaker“ mit gutem Riecher

Wann der richtige Zeitpunkt für Zukäufe und Verkäufe gekommen ist, weiß der Chef von Apollo Capital und MT Aerospace ganz genau. Die jüngste Erfolgstransaktion ist noch gar nicht lange her.

FrankfurtHans Steininger ist ein Erfolgsmensch. Beim Chef der Augsburger MT Aerospace handelt es sich um einen Manager, den man allgemein mit Dealmaker umschreibt: Er fädelt immer wieder Zukäufe erfolgreich ein, versteht es aber auch, zum richtigen Zeitpunkt zu verkaufen.

Das war schon so, als der Finanzinvestor Apollo Capital Partners noch als Beteiligungsgesellschaft mit mehreren Partnern agierte. Diese Marschroute verfolgt der knapp 50-Jährige auch heute. Seit 2002 ist Steininger Alleingesellschafter von Apollo Capital.

Die jüngste Transaktion ist noch nicht lange her: Anfang Januar kaufte MT Aerospace den bayerischen Triebwerkszulieferer Aerotech Peissenberg. Der Umsatz der Augsburger steigt dadurch um 46 Millionen Euro, die Zahl der Mitarbeiter um 490. "Diese Akquisition müssen wir in den nächsten zwölf Monaten erst einmal verdauen, bevor wir uns die nächste Übernahme vornehmen können", sagt Steininger. Apollo Capital Partners und die börsennotierte OHB Gruppe kauften die Aerotech Peissenberg zusammen und aus eigenen Mitteln. Das Verhältnis: 30 zu 70 Prozent, so wie beide seit sechs Jahren an MT Aerospace beteiligt sind.

In den 1990er Jahren war Steininger Abteilungsleiter im Beteiligungsmanagement von BMW. Doch irgendwann wollte der Bayer nicht mehr in die Konzerndisziplin eingebunden sein, sondern auf eigene Rechnung Erfolg erzielen. Zusammen mit zwei Partnern gründete ein Jahr vor der Jahrtausendwende die Beteiligungsgesellschaft Apollo. 50 Millionen Euro hatte Apollo für Investments zur Verfügung. Das Geld sollte in Medien und Technologie fließen.

Die Bilanz war gemischt. Zu den guten Engagements mit dreistelliger Rendite gehörte der Zeichentrickfilmhersteller TV Loonland, der kurz vor dem Platzen der Blase am Neuen Markt an die Börse ging. Der Gewinn am ersten Tag der Börsennotiz betrug 228 Prozent.

Als TV Loonland 2009 Konkurs anmelden musste, war Apollo lange ausgestiegen. Der Finanzinvestor legte sein Geld kurzzeitig auch in die Bremer Raumfahrtgruppe OHB Technology an, bis der Konzern 2001 an die Börse strebte. 2005 ergab sich die Chance, beim Raumfahrtzulieferer MT Aerospace einzusteigen, der damals noch MAN Technologie hieß. MAN wollte keine Verluste mehr bei der Tochter hinnehmen und sich auf sein Kerngeschäft konzentrieren. Das Unternehmen wurde mit einem Umsatz von rund 100 Millionen Euro und etwa 450 Mitarbeitern an OHB und Apollo verkauft. Das Geld kam aus der eigenen Kasse. Steininger hatte seine Partner bei Apollo bereits ausbezahlt und managte danach in Personalunion sowohl MT Aerospace als auch Apollo.

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