Arabische Welt
Kuwait entdeckt den Tourismus

Kuwait - das Partnerland des Deutsch-Arabischen Wirtschaftsforums 2006 - ist in hohem Maße vom Erdölexport abhängig. Der Ölsektor trug in den ersten drei Quartalen 2005 mit jeweils etwa 93% zu den Exporteinnahmen und zum Staatshaushalt bei. Doch das Emirat hat auch andere Branchen im Blick. Zwei neue Megaprojekte sind bereits angelaufen.

bfai KÖLN. Mit den milliardenschweren Einnahmen aus dem Öl-Sektor nimmt das Kuwait nun eine Diversifizierung der Wirtschaft in Angriff. Ein moderner Containerhafen soll gebaut und eine Insel in einen Touristenkomplex umgewandelt werden.

In der Vergangenheit wurde eine stärkere Diversifizierung eher gebremst: Einerseits durch die Bevorzugung von Auslandsanlagen (insgesamt ca. 200 Mrd. US$) und andererseits durch die nach der Besetzung des Emirats durch Irak 1990 verbreitete Unsicherheit für Investoren. In beiden Fällen deutet sich ein Umdenken an. Ein größerer Teil der Überschüsse aus dem Erdölexport wird nunmehr im eigenen Land investiert, wie zahlreiche Großprojekte illustrieren.

Die Belastungen durch den Wiederaufbau nach dem zweiten Golfkrieg sind vorüber. Seit dem Sturz der Baath-Regierung in Bagdad hat sich auch der Handel mit dem Nachbarland Irak wieder belebt. Dies hat der kuwaitischen Wirtschaft wichtige Impulse gegeben und erinnert an Kuwaits für den regionalen Güteraustausch günstige Lage am Nordende des Golfs. Als Handeldrehscheibe für die ganze Region soll sich zum Beispiel der im Bau befindliche Hafen auf der Insel Bubiyan etablieren.

Kuwait will seine Erdölförderung bis 2020 um ca. 1,5 Mill. Barrel pro Tag (bpd) auf 4 Mio. bpd steigern und die Kapazitäten für eine Weiterverarbeitung im Land deutlich erhöhen. Für Förderanlagen, Transport- und Verladeeinrichtungen, Raffinerien und petrochemische Anlagen sind nach Angaben des kuwaitischen Energieministeriums in den kommenden 15 Jahren insgesamt 55 Mrd. US$ vorgesehen. Bereits 2005 wurden von der Kuwait Oil Co. (KOC) in diesem Rahmen Aufträge zum Bau eines neuen Ölterminals im Hafen Mina Al-Ahmadi (1,25 Mrd. US$) und mehrere hundert Kilometer Pipelines (680 Mill. US$) vergeben.

Da über 90% der kuwaitischen Exporte Erdöl und Produkte daraus sind, ist mit dem Anstieg der Ölpreise auch das wertmäßige Ausfuhrvolumen stark gewachsen. Daten der Central Bank of Kuwait zeigten für die ersten drei Quartale 2005 eine Zunahme um fast 60% gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Für 2006 rechnet der IWF bei Stabilisierung der Ölpreise nochmals mit einem Zuwachs von 15%. Die wichtigsten Abnehmerländer sind Japan, Korea (Rep.), die USA und Singapur. Angetrieben von den hohen Einnahmen steigen auch die Importe, allerdings langsamer als die Ausfuhren. Traditionell verwendet Kuwait einen höheren Anteil seiner Überschüsse für Kapitalanlagen im Ausland als andere Golfstaaten.

Erdöl und Erdgas sind in Kuwait von überragender Bedeutung und werden dies auch auf absehbare Zeit bleiben. Mit offiziell angegebenen Ölreserven von ca. 99 Mrd. Barrel (13,6 Mrd. t) verfügt Kuwait über rund 10% der Weltvorkommen und nimmt diesbezüglich den vierten Platz nach Saudi-Arabien, Iran und Irak ein. Eine im Januar 2006 von Petroleum Intelligence Weekly (PIW) veröffentlichte Schätzung stellt dies in Frage und gibt die kuwaitischen Reserven mit nur noch 48 Mrd. Barrel an. Das angesehene Fachblatt beruft sich auf interne Daten der Kuwait Oil Co. (KOC).

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