Arbeitsmarkt
Fachkräfte willkommen

Weil zu wenige einheimische Kräfte da sind, werden ganze Berufsfelder zu so genannten Mangel-Berufen ernannt – wieder wird es in 14 Bereichen für zugewanderte Fachkräfte leichter, eine Stelle anzunehmen.
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BerlinIn 14 Berufsfeldern vom Altenpfleger bis zum Lokführer sind ausländische Fachkräfte aus Nicht-EU-Staaten ab sofort auch ohne Studium in Deutschland willkommen. Das Bundesarbeitsministerium veröffentlichte am Montag eine Liste von Ausbildungsberufen, in denen besonders großer Arbeitskräftemangel herrscht. Wer eine passende Berufsausbildung in einem dieser Berufe mitbringt, darf in der Bundesrepublik arbeiten. FDP-Arbeitsmarktexperte Johannes Vogel sprach von einer richtigen Weichenstellung. Nächster Schritt müsse nach der Bundestagswahl die Einführung eines Punktesystems nach dem Vorbild Kanadas und Australiens sein, um die Einwanderungserlaubnis über Qualifikation und aufgrund der Arbeitsmarktlage zu steuern, forderte Vogel.

Nach Einschätzung der Bundesagentur für Arbeit (BA) hat sich der in einzelnen technischen Berufsfeldern sowie in Gesundheits- und Pflegeberufen herrschende Fachkräfteengpass zuletzt etwas entspannt. Dies sei eine Folge der geringeren Arbeitskräfte-Nachfrage im Zuge der schwächeren wirtschaftlichen Entwicklung. „Die Probleme zeigen sich aber weiterhin“, heißt es in einer Analyse der Behörde. Es gebe allerdings keinen flächendeckenden Fachkräftemangel.

Die am Montag veröffentlichte Liste der Mangelberufe ergänzt die neue Beschäftigungsverordnung, die seit dem 1. Juli in Kraft ist. Damit wird der Arbeitsmarkt stärker für ausländische Fachkräfte ohne Hochschulabschluss aus Drittstaaten außerhalb der EU geöffnet.

Die sogenannte Positivliste der Mangelberufe wird zweimal im Jahr von der BA überarbeitet. Dazu gehören vor allem technische Berufe aus der Kranken- und Altenpflege. Bei den Triebfahrzeugführern etwa kommen auf 49 registrierte Arbeitslose 100 Job-Angebote. In der Altenpflege ist der Mangel noch größer: Auf 100 freie Stellen kommen dort nur 39 Arbeitslose. Weitere Berufsfelder sind die Mechatronik, die Automatisierungstechnik und auch Berufe in der Klempnerei.

Arbeitsministerin Ursula von der Leyen erklärte, damit sei der Weg für Zuwanderer mit Berufsausbildung frei. Dies sei neben der „Blauen Karte“ der EU als Arbeitszulassung für hochqualifizierte Akademiker aus Nicht-EU-Staaten und der verbesserten Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse ein weiterer Schritt, mit qualifizierter Zuwanderung den Fachkräftebedarf zu decken.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Arbeitsmarkt: Fachkräfte willkommen"

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  • Ja die Mär des Fachkräftemangels. Wieso kann dann gleichzeitig die unbegrenzte Leiharbeit boomen?Jeder Leiharbeiter müsste doch sofort einen festen Arbeitsvertrag erhalten und die Löhne steigen, weil es ja keinen anderen mehr geben dürfte. 3 Millionen Arbeitslose plus die gleiche Zahl an Arbeitssuchenden dazu und geeignete Anpassungsqualifizierungen der Konzerne und die Mär des Fachkräftemangels ist entlarvt.
    Stattdessen drängen Konzerne weiterhin auf Öffnung der Märkte nach Osteuropa und man kann sich mit Billiglöhnern eindecken. Die Arbeitslosen bleiben weiter in Hartz 4 und alle sind zufrieden. Das ist das Ergebnis einer rot grünen Politik unter Gas Gerd und Steinewerfer Joschka Fischer, die sich heute wie Steinbrück die Taschen unverschämt vollstopfen und deren Abzockerei das Gegenteil ihrer eigenen Aussagen darstellen.
    Der deutsche Facharbeiter als unbegrenzter Leihsklave hat das Nachsehhen und muss seinen Lohn senken da ansonsten Leihkräfte aus Osteuropa den job machen werden.Der Beamtenstaat lässt sich von diesen auch noch aushalten, damit nicht finanzierbare gesetzlich festgeschriebene überhöhte Pensionen bezahlt werden.
    Gute Nacht Deutschland, gute Nacht SPD und Grüne.

  • @Dipl.-Ing
    bin 20 Jahre älter, sonst ähnliche Vita.
    Sein Sie vorsichtig, die von Ihnen Zitierten halten sich nicht mehr an ihre eigenen Regeln. Vorsicht an der Bahnsteigkante, da sind Typinnen drunter die Sie beschuldigen, hochbringen, um dann zu kürzen. Wenn Sie empört reagieren haben Sie quasi verloren, weil das System darauf bestens geeicht ist. Depressive Passivität
    steht Ihnen wirklich besser. Es ist wie im Kriegsfilm, wer ausflippt stirbt als nächstes. Das geht so weiter bis zum Herzinfarkt, bei den zahllosen Mittfuffzigern sind einfach zuviele drunter die aufgeben und mit diesen Almosen weitervegitieren. Irgendwann kriegen Sie psychosomatische "Probleme".Und verenden dran. Die Mär vom glücklichen Hartzer funktioniert nur im "Familien Verbund", ohne Rückendeckung verenden Sie.
    Ich flehe Sie an, bitte glauben Sie mir. Auch Ihre Aorta bricht.

  • Bin 30, Diplomingenieur und lebe von Hartz4. Als Sklave die Dienstleister und Leihfirmen füttern? Zusätzlich noch über Steuern und Abgaben vom Beamtenapparat ausgebeutet werden? NEIN DANKE! Holt euch welche aus dem Ausland. Denen bleibt nichts anderes übrig.

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