Arbeitssicherheit
Was moderne Schutzausrüstung leistet

Voraussetzung für Gesundheit am Arbeitsplatz ist ein Management mit ausgeprägtem Sicherheitsbewusstsein. Prävention und Arbeitssicherheit fangen dabei beim Mitarbeiter an - konkret: bei seiner Sicherheitsausstattung.



"Sie sind fest, leicht und bequem", freut sich Rolf Kauster, bei Opel in Bochum in der Montage tätig - und zeigt auf seine braunen Sicherheitsschuhe von Louis Steitz Secura. Deren Sicherheitsteil hat der Hersteller gemeinsam mit dem Zentrum für Fuß- und Sprunggelenk-Chirugie am Orthozentrum München extra für Mitarbeiter der Automobilfertigung entwickelt. "Mit innovativen Technologien im Bereich Laufsohle, Dämpfung, Zehenschutz und Klimakomfort begegnen wir den Herausforderungen der modernen Arbeitswelt", wirbt Geschäftsführer Walter Huth. Und diese Herausforderungen haben es in sich: Stürze sind die häufigsten Arbeitsunfälle, jeder zweite Sturzunfall passiert während des Gehens auf glatten Flächen. Dies müsste Huth zufolge nicht mehr sein, denn moderne Sicherheitsschuhe erreichten hinsichtlich Trittsicherheit und Rutschfestigkeit Optimalwerte.



Recht gibt ihm Olaf Scholz, Bundesminister für Arbeit und Soziales, mit Blick auf den 31. Internationalen Kongress für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (A+A 2009), der vom 3. bis 6. November in Düsseldorf stattfindet. Ein Schwerpunkt der Veranstaltung widmet sich der schnelleren Einführung von "Persönlicher Schutzausrüstung" (PSA). Für Scholz, Schirmherr der A+A, fängt PSA bei den Sicherheitsschuhen an und hört beim Schutzhelm längst nicht auf: "Wichtig ist ein ausgeprägtes Sicherheitsbewusstsein bei Mitarbeitern und im Management, das ist die entscheidende Voraussetzung für die Gesunderhaltung am Arbeitsplatz."

Laut Forschungs- und Prüfzentrum der Hohensteiner Institute wird das Sicherheitsbewusstsein bei Beschäftigten von Faktoren wie Funktion, Material, Tragekomfort, Ausstattungsumfang und Aussehen beeinflusst. Beim Management sind es zudem - gerade während der Wirtschaftskrise - wirtschaftliche Überlegungen.

Bei der Funktion lässt sich zwischen "Schutz" und "Warnung" unterscheiden. Die Schutzfunktion richtet sich nach der Art der Tätigkeit, dementsprechend ist die Bekleidung beispielsweise schwer entflammbar oder säure- und ölabweisend oder kälte- oder hitzegeschützt. Muss die Ausstattung auch Dritten auffallen, sollte sie mit Leuchtstreifen oder speziellen Hinweisen wie "Security" versehen sein. Die heute von Mitarbeitern gewünschten Materialeigenschaften lauten: atmungsaktiv und schweißableitend.

Den Tragekomfort unterteilt das Sächsische Textilforschungsinstitut (STFI) in Chemnitz in physiologisch, thermophysiologisch, hautsensorisch und ergonomisch. Mit physiologischem Komfort ist die Fähigkeit eines Kleidungsstücks gemeint, die Temperaturregelung in Bezug auf Umgebungsklima und Tätigkeit zu unterstützen. Beim thermophysiologischen Tragekomfort wird für eine Wärme- oder Kälteausgleichfunktion gesorgt. Der hautsensorische Komfort bezieht sich vor allem auf das Tragegefühl, das von der Materialfähigkeit - kein Ankleben von Kleiderteilen bei Schweißbildung - wesentlich beeinflusst wird. Unter dem Kriterium "ergonomisch" ist in erster Linie die Passform zu verstehen.

Zum Ausstattungsumfang gehört die Ausstattungsqualität. Beispiel Schuhe: Der Zehenschutz kann aus einer Stahl-, Aluminium- oder Kunststoffkappe bestehen, der Durchtrittschutz - ein Nagel durchstößt die Lauffläche - aus einer Stahl-, Aluminium- oder Kunststoffzwischensohle. Beispiel Arbeitshandschuhe: Sie können aus Gummi, Latex, Kevlar, Nitril oder Nylon sein. Laut Bundesministerium für Arbeit und Soziales stellen die gesetzlichen Richtlinien des Arbeitsschutzes allerdings nur den Mindeststandard dar. "Viele Unternehmen orientieren sich freiwillig an höheren Anforderungen und statten ihre Mitarbeiter besser aus", sagt Andreas Heinze, Vorsitzender Geschäftsführer der HTS International in Dreieich, zu der das Textil-Dienstleistungsunternehmen Boco gehört. Das Aussehen von persönlichen Schutzausstattungen bewerten Mitarbeiter übrigens anhand von Design und Wertigkeit. Schnitt, Materialen und Farbkombination sollten daher firmenkonform, modisch und hochwertig sein. Wird die PSA-Optik akzeptiert und damit "leichter" getragen, fördert dies das "Wir-Gefühl" sowie die Identifikation mit dem Unternehmen und seinen Zielen. Zudem sind Beschäftigte eher bereit, Verantwortung zu übernehmen.

Wirtschaftliche Überlegungen konzentrieren sich auf die Eigenschaften Haltbarkeit und Pflegeleichtigkeit sowie auf den Bereich Corporate Fashion. Haltbarkeit bedeutet: Das Material ist besonders strapazierfähig und langlebig, Waschvorgänge beeinträchtigen es nicht. Dies gilt auch für die Optik, Farben sollten nicht verblassen. Darüber hinaus sollte das Outfit möglichst schmutzabweisend und leicht zu waschen sein und keine Waschvorgänge mit speziellen Zusätzen oder Sonderbehandlungen voraussetzen. "Die von uns zertifizierten Wäschereien gewährleisten, dass die Schutzfunktionen über eine möglichst lange Nutzungszeit hinweg erhalten bleibt", verspricht der Leiter der Hohensteiner Institute, Stefan Mecheels. Und laut HTS-Chef Heinze haben Unternehmen inzwischen zweierlei erkannt: Zum einen lässt sich heute die PSA einem firmenspezifischen Corporate Identity und Corporate Design leicht anpassen - ohne Veränderung der Funktionen. Zum anderen sorgt eine firmenangepasste PSA für wichtige Merkmale der Außenwirkung. Dazu zählt die Individualität, die Unterscheidung zur Konkurrenz wird deutlicher und bei Kunden und Interessenten erscheint das Unternehmen als geschlossene und verlässliche Einheit.

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