Argentinien
Anti-Dumping-Maßnahmen gegen deutsche Lieferanten

Argentinien hat ein Ermittlungsverfahren wegen vermeintlichen Dumpings gegen Importe von Schraubenluftkompressoren aus Deutschland eingeleitet. Argentinische Hersteller solcher Produkte hatten eine entsprechende Klage bei den argentinischen Behörden eingereicht. Es handelt sich um das erste Anti-Dumping-Verfahren seit 1997, das Argentinien speziell gegen deutsche Lieferanten eingeleitet hat.

bfai BUENOS AIRES. Von der Klage gegen einen deutschen Kompressoren-Hersteller betroffen sind im einzelnen die HS-Zolltarifpositionen 8414.80.12 und 8414.40.20 der gemeinsamen Zollnomenklatur des südamerikanischen Wirtschaftsverbundes Mercosur (Nomenclatura Común del Mercosur, NCM). Die argentinischen Hersteller behaupten unter anderem, sie hätten wegen einer aggressiven Marketingkampagne und Preisstrategie des deutschen Konkurrenten große Verluste erlitten. Der beklagte Hersteller aus Deutschland wurde von den argentinischen Behörden aufgefordert, bis Mitte November 2006 zu der Klage Stellung zu nehmen und einen umfangreichen Fragenkatalog zu beantworten.

Gemäß Angaben des Informationsdienstes Info-Just (auf Basis von offiziellen Daten des argentinischen Statistikamtes Indec) importierte Argentinien im Jahr 2005 Waren der Position 8414.80.12 (campanas aspirantes para extracción o reciclado, con ventilador incorporado, incluso con filtro; de tornillo) im Wert von 7,67 Mio. US$. Lieferungen aus Deutschland hatten daran einen Anteil von 28%. Andere wichtige Ursprungsländer waren Brasilien (22%), Belgien (18%), die USA (15%) und Italien (13%). In den ersten acht Monaten 2006 erhöhte sich der deutsche Lieferanteil an der Gesamteinfuhr (im Wert von 4,19 Mio. US$) auf 29% und lag damit etwa gleichauf mit demjenigen von Belgien (29%), vor den USA (16%), Italien (13%) und Brasilien (11%).

Argentiniens Importe von Waren der Position 8414.40.20 (compresores de aire montados en chasis remolcable con ruedas; de tornillo) erreichten 2005 einen Wert von 1,40 Mio. US$. Wichtigstes Lieferland war Brasilien mit einem Importanteil von 65%. Lieferungen aus Deutschland kamen 2005 auf einen Anteil von lediglich 19%, vor Belgien mit 13%. Im Zeitraum Januar bis August 2006 erhöhte sich der deutsche Lieferanteil an der Gesamteinfuhr (im Wert von 1,02 Mio. US$) auf 35% vor Brasilien (32%), Belgien (22%) und den USA (10%).

Seit dem Amtsantritt von Präsident Néstor Kirchner im Mai 2003 hat Argentinien ingesamt 24 Anti-Dumping-Maßnahmen ergriffen. Betroffen waren unter anderem Lieferungen von Klimageräten, Brillen, Kleiderbügeln aus Holz, Thermoskannen, Glaserzeugnissen, Teilen von Maschinen, Sanitärtechnik, Fahrradteilen, Eisen- und Stahlprodukten sowie chemische Erzeugnissen.

Argentiniens Anti-Dumping-Maßnahmen richten sich in den meisten Fällen gegen Lieferungen aus der VR China und solche aus dem großen Mercosur-Partnerland Brasilien. Anti-Dumping-Maßnahmen entfielen ferner auf andere asiatische Länder wie Thailand, Indien, Indonesien, Korea, Rep., Japan, Malaysia und Taiwan sowie auf Mexiko, die USA, Australien und Südafrika.

Übersichten über eingegangene Dumpingklagen und getroffene Entscheidungen veröffentlicht die für die fachliche Prüfung der Klagen zuständige Nationale Außenhandelskommission (Comisión Nacional de Comercio Exterior) in spanischer Sprache auf ihrer Internetseite ( http://www.mecon.gov.ar/cnce/inv/ic_inv_investigaciones.htm).

Weitere Informationen finden Sie bei der Bundesagentur für Außenwirtschaft (bfai).

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