Asien-Pazifik-Konferenz
Die Kehrseite des Asien-Booms

Ab heute diskutieren deutsche Manager und Politiker bei der Asien-Pazifik-Konferenz in Südkoreas Hauptstadt Seoul über Perspektiven und Risiken der Wachstumsregion. Trotz des wirtschaftlichen Booms klagen immer mehr westliche Unternehmen über stark steigende Löhne und Umweltprobleme – beides könnte Investoren abschrecken.

PEKING/NEU-DELHI. Bei seiner jüngsten Standortentscheidung in China tat sich BASF besonders schwer. So gab das deutsche Chemieunternehmen im vergangenen Jahr zwar den Bau einer neuen Produktionsstätte bekannt. Die Frage, wo die Chemieanlage angesiedelt werden soll, ließ der Konzern aber zunächst offen. Erst nach einem halben Jahr fiel die Entscheidung für die Mega-Stadt Chongqing.

Grund für den ungewöhnlichen Vorgang: In der wirtschaftlich boomenden Volksrepublik wird die Frage der Energieversorgung zunehmend zum Problem. Gerade die Chemiebranche, die auf viel Erdgas angewiesen ist, klagt über zu wenige Pipelines, die eine stetige Versorgung garantieren. „Das ist für eine Standortentscheidung eine wichtige Grundlage“, so ein deutscher Chemie-Manager.

Immer lauter warnen Kritiker, dass es Asiens hitzigem Wirtschaftsboom an Nachhaltigkeit mangele. Energieknappheit und Umweltkatastrophen könnten den Aufschwung gefährden. Andererseits wehren sich Politiker wie Malaysias Finanzminister Nor Mohamed Yackop gegen „grünen Protektionismus“ des Westens und geißeln dessen Forderungen nach strikteren globalen Umweltstandards als „neue Form des Imperialismus“.

„Rohstoff-Nationalismus und schwindende Wasservorräte werden zum ernsten Thema in Asien“, erklärte kürzlich Coca-Cola-Chef Neville Isdell in Singapur. Das gilt auch für deutsche Firmen. „In welche Richtung künftige Öl und Gas in Asien fließen, beeinflusst unsere Standortentscheidungen“, meint ein Manager eines Dax-Konzerns.

„Das Energieproblem ist lösbar“, sagt jedoch Joachim Ihrcke, Asien-Chef der Unternehmensberatung Droege. Die Region werde der Atomenergie einen Aufschwung bescheren, und bei der Steigerung der Energieeffizienz und der Umwelttechnik öffneten sich „riesige Chancen“ für deutsche Firmen. So war Bundespräsident Horst Köhler bei seinem jüngsten Besuch in China vor allem in Sachen Öko-Technologie unterwegs.

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