Asien
Singapur: Mit der Weltkonjunktur in die Tiefe

Solange die Weltwirtschaft auf Touren lief, war Singapur obenauf - nun hagelt es mit dem Abschung für den Stadtstaat schlechte Nachrichten. Die Wachstumsprognose musste nach unten korrigiert werden. Jetzt will die Regierung reagieren.

bfai KUALA LUMPUR. Aus Singapur kommen Anfang Dezember 2008 schlechte Nachrichten: Industrieausstoß, Export, Auftragseingänge, Geschäftsklimaindex und die Zahl der Touristenbesuche stürzen ab. Wachstumsprognosen für 2009 müssen nach unten korrigiert werden. Der Stadtstaat lebt von der Außenwirtschaft und spürt die weltweite Rezession überproportional. Die Fundamente der südostasiatischen Volkswirtschaft gelten jedoch als solide, die unternehmerischen Rahmenbedingungen als exzellent. Singapur könnte aus der Krise - wie so häufig - gestärkt hervorgehen.

Singapurs Bruttoinlandsprodukt (BIP) sank im 3. Quartal 2008 um 6,8% gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Das Wirtschaftsministerium (Ministry of Trade and Industry, MTI) hat daraufhin die BIP-Schätzung für das Gesamtjahr auf ein Plus von 2,5% korrigiert. In seiner Stellungnahme vom November 2008 kürzte das MTI auch seine Wachstumsprognose für 2009 auf einen Korridor zwischen -1 bis +2%.

Die Lage sei inzwischen in allen Wirtschaftssektoren ernst, meinte der Staatssekretär des MTI, Peter Ong. Die von Exporten abhängige Nation müsse sich auf eine allgemein schwache Nachfrage einstellen. Die Warenausfuhren außerhalb des Ölsektors ("non-oil domestic exports") sollen 2008 nach aktuellen Berechnungen um 5 bis 7% schrumpfen. Die negative Entwicklung der Ausfuhren hat neben den Lieferungen nach Europa und den USA inzwischen auch die nach Asien erfasst. Das MTI rechnet 2009 mit einem weiteren Rückgang der Exporttätigkeit von rund 1%.

Auch die anderen Bereiche, die Ausfuhren von Petroprodukten und die Reexporte, gehen seit Mitte 2008 zurück. Die Abnahme der Geschäfte mit Wiederausfuhren spüren der Großhandel sowie das Transport- und Lagergewerbe deutlich. Eine rückläufige Nachfrage melden ebenso die zwei wichtigen lokalen Industriezweige, die Elektronik- und die Pharmabranche.

Singapur ist darin erprobt, derartige Krisen zu bewältigen. Im Jahr 1985 liefen die Produktionsfaktorkosten aus dem Ruder. Die Wirtschaft schrumpfte um 1,4% und der Staat musste im Folgejahr harte Maßnahmen ergreifen, um die internationale Wettbewerbsfähigkeit wieder herzustellen. Von 1987 bis 1997 legte das BIP wieder mit durchschnittlichen Raten von mehr als 9% zu.

Mit gutem Erfolg konnten Singapurs Wirtschaftsplaner auch spätere Schwächephasen bewältigen. Der Asienkrise von 1998 folgten zwei Boomjahre mit Wachstumsraten von 7 und 10%. Im Jahr 2001, als die Technologieblase zusammenbrach und die Anschläge in New York einen weltweiten Abschwung auslösten, verzeichnete Singapur einen BIP-Rückgang von 2,4%. Die Konjunktur lief bereits 2002 wieder an und legte bis 2007 im Schnitt mit Raten von 6,6% zu.

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