Asset Backed Securities
Gastbeitrag: Forderungen in Steuervorteil verwandeln

Die schlechte Zahlungsmoral der Kunden reißt vielen mittelständischen Unternehmen ein tiefes Loch in die ohnehin dünne Eigenkapitaldecke. Neben dem >>> Factoring , dem Verkauf der Forderungen an eine Bank oder ein darauf spezialisiertes Institut, kommt bei einem hohen Forderungsbestand eine Asset-Backed-Securities-Finanzierung in Betracht.

HB DÜSSELDORF. Diese bereits seit den siebziger Jahren in den USA bekannte Gestaltung kombiniert Elemente des Factorings und der Forderungsverbriefung. Im Rahmen von ABS-Finanzierungen verkauft ein Unternehmen Forderungen (z.B. aus Lieferungen und Leistungen) an eine speziell zu diesem Zweck gegründete Gesellschaft (Special Purpose Vehicle, kurz „SPV“), die dafür sofort einen Kaufpreis abzüglich einer Marge für die Kosten des ABS-Programms bezahlt. Die Zweckgesellschaft ihrerseits refinanziert sich über die Begebung von Wertpapieren am Kapitalmarkt. Investoren erwerben die verzinsten Wertpapiere und führen dem SPV damit die erforderliche Liquidität zu.

Im Gegensatz zum klassischen Factoring erfolgt die Forderungsverwaltung weiterhin durch das Unternehmen. Dies ist vorteilhaft, weil der Verkauf der Forderung somit ohne Offenlegung gegenüber den Kunden erfolgen kann (sog. stille Zession).

Der Finanzierungsvorteil aus Unternehmenssicht liegt wie beim Factoring darin, dass ein Forderungspool noch vor Fälligkeit in Liquidität verwandelt wird. Die Liquidität kann das Unternehmen dazu verwenden, Fremdverbindlichkeiten, die gewerbesteuerlich als Dauerschulden qualifiziert werden und die Gewerbesteuerbelastung erhöhen, zu tilgen.



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Wird die Liquidität zur Schuldentilgung verwendet, ergeben sich zusätzlich bilanzielle Effekte (Verbesserung der Relation von Eigenkapital zu Fremdkapital). Als Folge steigt das Ratingergebnis und damit die Kreditwürdigkeit des Unternehmens. Diese Effekte können nur dann eintreten, wenn das Bonitätsrisiko vollständig auf die Zweckgesellschaft übergeht. Nur in diesem Fall können die Forderungen aus der Bilanz ausgebucht werden. Auf dieses Kriterium ist bei der Strukturierung von ABS-Programmen besonderes Augenmerk zu richten.

Neben einer attraktiven Finanzierung schont ein ABS-Programm die bestehenden Kreditlinien und verringert so die Abhängigkeit von Banken. Durch den Zugang zum internationalen Kapitalmarkt wird gleichzeitig der finanzpolitische Spielraum erweitert.

Senkung des Volumens macht ABS für Mittelstand attraktiv

Bislang lag das Mindestvolumen für ABS-Transaktionen bei ca. 50 Millionen Euro, so dass dieses Finanzierungsinstrument auf den ersten Blick für mittelständische Unternehmen ungeeignet scheint. Zwischenzeitlich bieten jedoch Finanzdienstleister speziell für den Mittelstand zugeschnittene Poollösungen an, wodurch die Eintrittsbarrieren für ABS-Transaktionen erheblich sinken. Bereits bei Mindestvolumina von 10 Millionen Euro und einer Forderungslaufzeit von maximal 120 Tagen können mittelständische Unternehmen einem solchen Pool beitreten.

Durch die Einschaltung eines Finanzdienstleisters wird eine vorherige Prüfung des Unternehmens durch die Ratingagenturen überflüssig. Gleichzeitig führt die Standardisierung bei der Strukturierung, Vertragsdokumentation und dem Softwareeinsatz zu günstigeren Konditionen.

Ob diese Mindestvolumina weiter abgesenkt werden können, bleibt abzuwarten. Der positive Trend in Richtung Öffnung der Kapitalmärkte auch für den Mittelstand ist jedoch unverkennbar.

Autoren:

Dr. Christian Rödl LL.M., Rechtsanwalt, Steuerberater, Geschäftsführender Partner, Rödl & Partner Nürnberg

Kontakt: christian.roedl@roedl.de

Dr. Isabel Bauernschmitt, Steuerberaterin, Associate Partner, Rödl & Partner Nürnberg

Kontakt: isabel.bauernschmitt@roedl.de

www.roedl.de

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