Asset Bank Lending
Kredit aufs Vermögen

Eine neue Finanzierungsform aus den USA mischt den Europäischen Markt auf: Das Asset Bank Lending (ABL). Zunehmend findet sie ihren Weg auch nach Deutschland - und die Zahl der Anbieter steigt

LONDON. Kredit ist in Zeiten der Finanzkrise ein knappes Gut, zunehmend auch für deutsche Mittelständler. Die neueste Unternehmensbefragung der staatlichen Förderbank KfW kommt zu dem Schluss, dass es die deutschen Firmen wieder schwerer haben, Darlehen von ihren Banken zu bekommen. Der Engpass hat zunächst vor allem größere Unternehmen betroffen, erreicht nun aber zusehends auch kleinere und mittlere Betriebe. Einen Ausweg aus diesen Problemen können innovative Finanzierungsformen wie Asset Based Lending (ABL) bieten. Das Konzept stammt ursprünglich aus den USA und findet seinen Weg über Großbritannien allmählich nach Kontinentaleuropa, wo der Markt allerdings noch in der Entwicklungsphase steckt.

Beim ABL gewähren Banken Kredite gegen die Besicherung mit Bilanzvermögen. Als solches gelten in erster Linie Forderungen, aber auch Grundstücke, Gebäude, Lagerbestand oder Maschinen. Unternehmen können so die im betrieblichen Anlage- und Umlaufvermögen gebundene Liquidität kurzfristig mobilisieren.

"In den USA ist Asset Based Lending bei vielen Unternehmen bereits so etabliert wie der Kredit von der Hausbank", sagt Ralf Bauer, Managing Director der deutschen Niederlassung der britischen Lloyds TSB Commercial Finance Ltd. Lloyds TSB stieg vor zwei Jahren ernsthaft in den deutschen ABL-Markt ein und verspricht sich attraktive Wachstumsraten von dem neuen Konzept. Aber auch andere Geldhäuser wie die deutsche General-Electric-Tochter Heller Bank, die Kölner IFN oder die Deutsche Factoring Bank der Sparkassen-Gruppe bieten inzwischen ähnliche Lösungen an.

Das ABL-Konzept ist eng mit dem Forderungskauf Factoring verwandt. Während die Finanzierung beim Factoring aber durch den Bestand von Forderungen in der Bilanz begrenzt ist und zusätzlicher Liquiditätsbedarf aus anderen Quellen gedeckt werden muss, geht ABL einen Schritt weiter. "Wir betrachten zunächst den Forderungsbestand und decken den Mehrbedarf dann auf Basis weiterer freier Aktiva - Grundstücke und Gebäude, Maschinen und Anlagen oder in Einzelfällen Lagerbestände", beschreibt Lloyds-Banker Bauer das Verfahren. Das Factoring bleibe aber das Herzstück des Finanzierungskonzepts, weil sich anhand des Forderungsbestandes ein gutes Bild der wirtschaftliche Lage des Unternehmens gewinnen lasse. "Eine große Anzahl überfälliger Forderungen oder Skonti und Rabatte sind für uns Ausschlusskriterien", betont Bauer. Lösungen wie ABL oder Factoring seien für Unternehmen in finanziellen Nöten ungeeignet.

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