Attraktivster Standort nach China
Indien lockt immer mehr Investoren

Indien ist nach der Vorlage guter Teilergebnisse zuversichtlich, im Finanzjahr 2006/07 mehr Direktinvestitionen anzulocken als jemals zuvor. Von besonderer Bedeutung sind für ausländische Unternehmen der Dienstleistungssektor, elektrische Ausrüstungen, Telekommunikation und das Transportwesen. Firmen müssen jedoch auch mit Barrieren rechnen.

bfai NEW DEHLI. Wenn die Realität den optimistischen Vorstellungen der indischen Regierung folgt, wird der Zufluss ausländischen Kapitals im Finanzjahr 2006/07 (1.4.06 - 31.3.07) kräftig auf 10 Mrd. US$ (ohne reinvestierte Gewinne) zunehmen. Die Zuversicht basiert auf dem Ergebnis für das 1. Quartal (April bis Juni), das mit 1,74 Mrd. $ um 47% über der Vergleichsperiode 2005/06 lag. Die politische Führung geht für den weiteren Jahresverlauf von einer abermaligen Beschleunigung des Mittelzuflusses aus, ohne die diese 10 Mrd. $ für das Gesamtjahr nicht zu erreichen wären. Auch der Vergleich mit 2005/06 verzeichneten 5,5 Mrd. $ ist nicht dazu angetan, alle Zweifel auszuräumen.

Eine signifikante Erhöhung der ausländischen Direktinvestitionen ist nicht nur davon abhängig, dass ausländischem Kapital möglichst umfassend Zugang zum Industrie- oder Dienstleistungssektor gewährt wird. Selbst bei vollständiger Öffnung ist angesichts anderer Barrieren und Hindernisse keinesfalls sicher, dass Investitionen in der gewünschten Höhe angelockt werden können. Indien müsse, so ein Bericht des National Manufacturing Competitiveness Council an die Regierung, noch stark an der Vereinfachung von Regeln und Vorschriften für Fusionen und Akquisitionen arbeiten.

Andererseits hat das Land in der Beurteilung des letzten FDI Confidence Index von A.T. Kearney erneut einen Schritt nach vorne gemacht und liegt jetzt auf dem zweiten Rang direkt hinter dem großen Nachbarn und Konkurrenten, der VR China, die bereits seit 2002 ununterbrochen die Führung hält. An dritter Stelle folgen die USA (2004: Rang zwei) vor Großbritannien, Polen, Russland, Brasilien und Australien. Deutschland rutschte um vier Plätze auf Rang neun ab. Generell zählen neben China und Indien auch die osteuropäischen Staaten zu den Gewinnern.

Die VR China hat, aufgrund der breiteren und entwickelteren Basis in der verarbeitenden Industrie, als Investitionsstandort Vorteile und punktet mit der besseren Infrastruktur. Indien sei noch dabei, eine kritische Masse an Investitionen aufzubauen, so der Report von A.T. Kearney. Das Land sollte seine Attraktivität für ausländische Investoren vor allem dann steigern können, wenn sich die Regierung auch künftig zu Wirtschaftsreformen bekennt und sich erfolgreich darum bemüht, die vorhandenen Barrieren in den Bereichen Infrastruktur, Logistik sowie den Berg von administrativen Vorschriften und Regelungen abzubauen.

Weitere Informationen finden Sie bei der Bundesagentur für Außenwirtschaft (bfai).

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