Auch 2004 hellt sich die Lage nicht auf
Handwerk rechnet mit heftigem Stellenabbau

Trotz der etwas besseren Stimmung in der Branche erwartet das deutsche Handwerk auch im kommenden Jahr einen Umsatzrückgang und einen Abbau von mindestens 100 000 Arbeitsplätzen. Für dieses Jahr sei mit einem Umsatzminus von 4,1 Prozent und dem Verlust von rund 260 000 Jobs oder fast fünf Prozent aller Stellen im Handwerk zu rechnen, erklärte der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) am Donnerstag in Berlin und hob seine frühere Prognose damit leicht an.

HB BERLIN. „Die Stimmung hellt sich auf, doch die tatsächliche Lage bleibt vorerst schlecht“, sagte ZDH-Generalsekretär Hanns-Eberhard Schleyer. „Von einer Trendwende kann noch keine Rede sein.“

Je nach Umsetzung der notwendigen Reformen gebe es verschiedene Szenarien für den Geschäftsverlauf im kommenden Jahr. Im günstigen Fall würde der Umsatz um ein Prozent sinken und gut 100 000 Arbeitsplätzen verloren gehen, hieß es. Die pessimistische Variante gehe sogar von zwei Prozent weniger Umsatz und einem Verlust von gut 150 000 Stellen aus.

Die deutschen Handwerksbetriebe beurteilten ihre aktuelle Geschäftslage einer Umfrage unter mehr als 22 000 Firmen zufolge im abgelaufenen dritten Quartal besser als vor einem Jahr und besser als zu Anfang 2003. Allerdings zeigten die Daten zur Entwicklung von Umsatz, Aufträgen und Beschäftigung, dass es sich der Abwärtstrend nur verlangsame, schränkte der ZDH ein. Die extrem schwache Geschäftslage zu Jahresbeginn werde die „Gesamtbilanz 2003 prägen“.

In der Branche basiert die deutliche Stimmungsaufhellung nach den Worten Schleyers nicht auf einem realen Wachstum. Dabei zeigten die Differenzen zwischen Stimmung und Lage, dass die Handwerksbetriebe große Hoffnungen auf die Reformvorhaben und die sich abzeichnende konjunkturelle Erholung setzten. Schleyer forderte die Bundesregierung erneut auf, die Steuerreform wie geplant vorzuziehen, die Krankenversicherungsbeiträge zu senken und den Anstieg der Rentenversicherungsbeiträge zu stoppen.

In der Debatte um die von der SPD geplanten Ausbildungsabgabe erneuerte der Handwerksverband seine Kritik. „Wir prüfen derzeit die Chancen einer Verfassungsbeschwerde“, sagte Schleyer. Eine Umsetzung der „Strafsteuer“ sei problematisch und führe zwangsläufig zur unterschiedlichen Behandlung von Betrieben, was den Gleichheitsgrundsatz verletze.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%