Auch die Regionen bieten Investoren Vorteile
Standort entscheidet über den Erfolg mit

Der Gegensatz zwischen Stadt und Land ist gewaltig in Russland – nicht nur ökonomisch. Dies müssen Unternehmen bei ihren Investitionsentscheidungen mit ins Kalkül ziehen.

Fast zwei Drittel der Russen außerhalb Moskaus sind der Ansicht, dass sich die Hauptstadt massiv zu Lasten der anderen 88 Regionen des Landes bereichert. 77 von 100 Moskowitern sehen die Provinzen dagegen als Hort der Trunksucht, wie eine Studie des Moskauer Büros der Friedrich-Ebert-Stiftung ergab.

Wirtschaftlich zieht die Hauptstadt tatsächlich fast drei Viertel des Kapitals des Landes an, fast alle Großunternehmen haben ihren Sitz an der Moskwa. Das hat Folgen für ausländische Investoren: Wer Geschäfte mit der russischen Industrie machen oder eine Handelskette eröffnen will, kommt an der kaufkräftigen Metropole nicht vorbei. 15 Prozent der Familien verfügen hier laut einer seriösen Marktforschungsstudie über ein monatliches Einkommen von 15 000 Dollar.

Wer aber einen Produktionsstandort sucht, wird nach übereinstimmender Meinung von in Moskau ansässigen ausländischen Firmen Schwierigkeiten haben, kostengünstig qualifiziertes Personal zu bekommen. Die Lohnkosten in der russischen Hauptstadt liegen inzwischen auf dem Niveau mitteleuropäischer Reformstaaten. Dies gelte teilweise sogar auch schon für das bislang sehr populäre Moskauer Umland. Investoren müssen also genau abwägen, wohin der Sprung nach Osten führen soll.

Hinzu kommen weitere Standortfragen: Ist das politische Klima in einer Region stabil, der Gouverneur investorenfreundlich? Auch Fragen nach Korruption, Ausbildungsstand der örtlichen Arbeitskräfte oder der Möglichkeit des Landerwerbs müssen beantwortet werden. Andere Standort-Kriterien sind der Zugang zu Rohstoffen, der Anschluss an Strom- und Gasleitungen sowie mögliche Partner für Joint-Ventures.

Bosch-Siemens-Haushaltsgeräte ist wie zuvor schon Ford und Henkel in den Leningrader Oblast bei St. Petersburg gegangen. Während sich Kaugummihersteller Stimorol in Nowgorod zwischen Moskau und St. Petersburg niedergelassen hat, ist Nestlé durch den Kauf einer Schokoladenfabrik in der Wolgastadt Samara gelandet. Dort betreibt auch General Motors sein Gemeinschaftsunternehmen mit dem Lada-Hersteller Avtovaz.

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