Auf Einkaufstour
Kamps fischt nach Feinkost-Herstellern

Im Ankündigen war der ehemalige Großbäcker Heiner Kamps schon immer groß. Seit einiger Zeit folgen seinen Worten auch wieder Taten: Kamps ist auf Einkaufstour - und schlägt jetzt mit der Übernahme vom Nudel- und Kartoffelsalathersteller Nadler ein weiteres Kapitel in seiner Vita als Unternehmer auf.
  • 0

DÜSSELDORF. Wenn Heiner Kamps durch das Fenster seines Büros im Düsseldorfer Medienhafen schaut, wird sein Blick oft abgelenkt. Unterhalb der Fensterfront stehen zahlreiche Spielzeug-Lkw, deren Aufschriften sich wie Stationen aus dem Leben des einstigen "Großbäckers" lesen: Kamps, Lieken, Golden Toast, Nordsee, Homann.

Bald wird wohl noch ein Miniatur-Sattelschlepper hinzukommen, denn am Donnerstag berichtete die Heiner Kamps Beteiligungsgesellschaft, dass sie den Nudel- und Kartoffelsalathersteller Nadler Feinkost aus Bottrop von dem britischen Uniq-Konzern übernommen hat.

Damit hat sich der 54-Jährige innerhalb von vier Jahren mit der Schnellimbiss-Kette Nordsee, den Feinkostherstellern Homann und Hamker sowie der Salatölmarke "Livio" ein Fisch- und Feinkostimperium zusammengekauft, das nach dem Erwerb von Nadler mit rund 9 500 Mitarbeitern einen Gesamtumsatz von einer Milliarde Euro jährlich kommen wird. Das operative Ergebnis lag im letzten Halbjahr bei 18,5 Mio. Euro - eine Steigerung von fast 20 Prozent.

Wenn es aber nach den früheren Maßstäben des Düsseldorfer Back-Tycoons gehen würde, ist das immer noch ein Klacks. Und die Geschwindigkeit, mit der die damalige Kamps AG eine Firma nach der nächsten aufkaufte und so zum größten deutschen Brot- und Backwarenproduzenten auf stieg, hat der Privatunternehmer Heiner Kamps damit längst nicht erreicht.

Nur in seinen vollmundigen Ankündigungen ist der Sohn eines Bäckers aus Bocholt gleich geblieben: Vor vier Jahren diktierte er einem Reporter in den Block, gemeinsam mit dem schillernden bayerischen Großmolkerei-Besitzer Theo Müller wolle er einen großen deutschen Nahrungsmittelkonzern gründen.

Nach dem Erwerb der Fischimbiss-Kette Nordsee träumte der rheinische Partylöwe schon von einem Jahresumsatz von zwei Milliarden Euro, wie der dem "Handelsblatt" seinerzeit sagte. Im September 2009 hatte sich das Ziel schon auf 1,5 Mrd. Euro reduziert. Mit den 225 Umsatz-Millionen der Neuerwerbung Nadler ist Ende 2009 schließlich noch ein voraussichtlicher Jahreserlös von einer Milliarde Euro übrig geblieben. Dass Kamps als guter Verkäufer gern das Doppelte von dem verspricht, was er schließlich halten kann, hat auch der italienische Nudelproduzent Barilla leidvoll erfahren.

Seite 1:

Kamps fischt nach Feinkost-Herstellern

Seite 2:

Kommentare zu " Auf Einkaufstour: Kamps fischt nach Feinkost-Herstellern"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%