Aufbau des Messestandes
Licht-Leiter, „pures Exponat“ und die siebziger Jahre

Aufwendige Präsentationen, spektakuläre Showas und Inszenierung: Nicht nur bei der Produktvielfalt, sondern auch bei der Technik wird bei der Gestaltung des Messestandes gerne einmal über das Ziel hinaus geschossen. Denn im Standbau gilt die Devise: Weniger ist mehr.

KÖLN. Die D-ZWO GmbH verkauft maßgeschneiderte Lichtinstallationen für Gebäude - und das wollten die Beleuchtungsspezialisten aus dem Sauerland auf der der Frankfurter Messe „Light + Building“ gerne zeigen. Also bauten sie eine große Lichtwand auf, die per Funk ihre Farben ändert und ließen Leuchtdioden ins Parkett ein.

Der 36 Quadratmeter große Stand wurde zur begehbaren Präsentation - ein Gebäude mit allem, was D-ZWO kann. Mit diesem „architektonischen Auftritt“ wollte er das Fachpublikum auf sich aufmerksam machen, sagt Geschäftsführer Markus Busche. Architekten und Lichtplaner sind seine Hauptkunden.

Unterstützung erhielt Busche von der Agentur Ueberholz GmbH. Er lobt „Erfahrung und Weitblick“ der Spezialisten. Ueberholz entwirft und realisiert Messe- und Ausstellungsbauten. An den Standorten Wuppertal, Fulda und Erfurt arbeiten insgesamt vier Mitarbeiter an der Planung, fünfzehn stellen die „Kommunikationsbauten“ her. Bei dem Stand für D-ZWO konzentrierte man sich darauf, eine angenehme Gesprächsatmosphäre zu kreieren, nur indirekt umgeben von den Produkten des Ausstellers, die dazu nicht eigens in Schaukästen präsentiert werden müssen: „Lounge- statt Besprechungsbereich“ lautet der Trend.

Der Stuttgarter Architekt und Messestand-Experte Johannes Milla empfiehlt ebenfalls „weniger ist mehr“, wenn es um die Zahl der ausgestellten Produkte geht. Der Messestand soll eben kein „begehbarer Produktkatalog“ sein, sondern in erster Linie die „klare Markenaussage“ in den Mittelpunkt stellen.

Die Milla & Partner GmbH entwickelt Messestände - entwirft das Konzept, berät und plant unter anderem für die Autobauer Mercedes–Benz und Lexus sowie den Brockhaus-Verlag. Fünfzig Prozent macht der Bereich Messestanddesign inzwischen im Kerngeschäft aus. Der Großteil der Kunden kommt aus dem Mittelstand. Milla und sein 30-köpfigesTeam wissen daher, welchen Problemen gerade kleinere und mittlere Unternehmen auf Messen begegnen.

Nicht nur bei der Produktvielfalt, sondern auch bei der Technik wird da gerne einmal über das Ziel hinaus geschossen. Aussteller projizieren per Videobeamer aufwändige Präsentationen, spektakuläre Shows und Inszenierungen sollen Eindruck machen.

Der Trend laute aber: „Weg vom medialen Overkill, hin zum puren Exponat“, betont Messeexperte Milla. Das Kommunikationsziel müsse im Vordergrund stehen. Im Design selbst erleben derzeit die siebziger Jahre ihr großes Comeback: Der „Blobb“ (Blase) formt Tresen, Regale, Stühle oder Displays, Ecken sind gerundet und dunkelbraun und hellgrün die vorherrschenden Farbtöne.

Dazu gibt es hochflorige Teppiche auf der Erde - und eine Standdecke. Klingt banal, ist laut Milla aber „seit vier Jahren ein klarer Trend“. Die Decke wird im Design eingeplant. Sie wird bespielt, ausgeleuchtet oder für Projektionen genutzt. Auch den Trend von morgen sieht Milla schon: „Das moderne Ornament in geometrischer Form.“

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