Aufladung von Elektroautos
Ein Sauerländer Stecker erobert die Autowelt

Das Thema Elektroauto steht nicht nur bei den Großkonzernen aus der Auto- oder Energiebranche ganz oben auf der Agenda. Auch Mittelständlern wie der sauerländischen Mennekes Elektrotechnik bietet sich mit der Umstellung von Verbrennungs- auf Elektromotoren ein großer Markt.

DÜSSELDORF. Ein Jahr lang hat das Familienunternehmen ein System mit Ladestecker und Ladesteckdose entwickelt, das Elektroautos und Ladestationen verbinden soll. Mit dem Stecker können Elektroautos sowohl mit neuer Energie versorgt werden, als auch der Energieverbrauch abgerechnet werden. Jetzt sieht sich der Spezialist für Steckvorrichtungen auf der Zielgeraden - der Stecker aus dem Sauerland könnte internationale Norm werden.

Daimler-Chef Dieter Zetsche und RWE-Vorstand Jürgen Großmann haben sich in den vergangenen Monaten genauso mit der Erfindung ablichten lassen wie Kanzlerin Angela Merkel. Pilotprojekte in Berlin und Aachen rüstet der Mittelständler aus dem Sauerland schon mit seinen Ladesteckern aus. "Die Industrie hat sich auf einen einheitlichen Ladestandard geeinigt, der auf unserem Normentwurf für die Ladestecker basiert", sagt Unternehmer Walter Mennekes, der in zweiter Generation das Unternehmen mit 100 Mio. Euro Umsatz führt.

"Wir haben den Stecker entwickelt und zur Normung eingereicht", sagt Marketing-Leiter Burkhard Rarbach. Auf die Patente musste Mennekes allerdings verzichten, damit der Stecker europäischer oder gar Weltstandard werden kann.

Zwei Hürden sieht Mennekes noch für sein Produkt: Der Normentwurf ist noch nicht endgültig beschlossen. Allerdings stehe das deutsche und auch das europäische Gremium hinter dem System von Mennekes. Und Ende Mai in Japan und im September in Israel werde der weltweite Normungsausschuss tagen und über den Weltstandard entscheiden. Vor den zwei konkurrierenden Entwürfen aus Japan und Israel ist Mennekes nicht bange, denn sie seien technisch unterlegen. "Unser System kann viermal so schnell laden wie die anderen", sagt Mennekes.

Durch den Verzicht auf die Patente hat der Sauerländer ein Alleinstellungsmerkmal verloren. Marketing-Leiter Burkhard Rarbach rechnet damit, dass andere Steckerhersteller und auch die Autozulieferer bald auch mit Steckersystemen für die künftigen Elektroautos kommen werden. Schließlich sind die technischen Details durch die Normung bekannt. Aber nur so lasse sich das System durchsetzen. Und nur ein einheitliches System zur Stromversorgung von Elektromotoren ist für die Industrie attraktiv.

Allerdings gibt es auch Kritik an dem jetzigen Entwurf. Paolo Tumminelli, Leiter des Goodbrands Beratungsbüros und Designzentrums, glaubt, dass spezielle Ladesysteme für Elektroautos unnötig sind. "Normale Stecker für den Hausstrom reichen aus", sagt der Professor und Manager. Dann dauere der Ladevorgang für die Batterie zwar länger, das sei aber schonender für die Batterie. Ein spezielles Steckersystem sei nur hinderlich für die Verbreitung des Systems.

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