Aufschwung ja, aber sonst erstmal nichts
Mittelstand sieht Silberstreif am Horizont

Kleine und mittlere Unternehmen in Deutschland schätzen einer Studie zufolge ihre wirtschaftliche Situation 2004 etwas besser ein als noch im Vorjahr. Dies werde aber noch nicht zu mehr Arbeitsplätzen und Investitionen im krisengeschüttelten Mittelstand führen.

HB FRANKFURT. „Alles in allem sind die Aussichten für die kleinen und mittleren Unternehmen zu Beginn dieses Jahres erkennbar besser als noch vor Jahresfrist“, sagte der Hauptgeschäftsführer der Wirtschaftsauskunftei Creditreform, Helmut Rödl, am Montag in Frankfurt bei der Vorlage einer gemeinsamen Mittelstands-Studie des Verbandes, der KfW Bankengruppe sowie den Forschungsinstituten RWI, ZEW und IfM Bonn. So schätzten die Unternehmen ihre Lage insgesamt besser ein als im abgelaufenen Jahr. Von einer Trendwende könne man jedoch noch nicht sprechen. Vor allem weiter bestehende Risiken, wie die schwache Binnennachfrage sowie die Euroaufwertung oder bei der Finanzierung der meist eigenkapitalschwachen Unternehmen, dürften nicht übersehen werden, erläuterte Rödl.

Insgesamt hätten sich die Umsatz- und Ergebniserwartungen der mittelständischen Unternehmen, zu denen Firmen mit weniger als 500 Beschäftigten oder einem Jahresumsatz von weniger als 500 Mill. € zählen, im Vergleich zum Vorjahr verbessert. Auch seien mit gut 31 (Vorjahr: 25) Prozent wieder etwas mehr Mittelständler zu Investitionen bereit. Der langjährige Durchschnitt von 48 % werde damit aber erneut deutlich verfehlt. Knapp ein Fünftel der mittelständischen Unternehmen wolle zudem auch in diesem Jahr Arbeitsplätze abbauen, nur zwölf Prozent seien bereit neue Angestellte einzustellen.

Bei den Gründungen dürfte nach Einschätzung der Experten nach jahrelangem Rückgang die Talsohle erreicht sein, Anlass zur Euphorie gebe es aber auch dabei nicht. Der Abwärtstrend sei vor allem durch eine positive Entwicklung im Handel gestoppt worden, während die Gründungen in technologieintensiven Branchen am stärksten zurückgingen. Hauptsächlich habe es eine enorme Zunahme von Gründungen aus der Arbeitslosigkeit heraus gegeben, gefördert durch staatliche Hilfen wie Existenzgründungszuschüsse im Rahmen der „Ich-AG“ und Überbrückungsgeld. „Wie nachhaltig diese sind, bleibt abzuwarten“, äußerte sich ZEW-Präsident Wolfgang Franz eher skeptisch.

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