Aufstrebende Chemieparks
In China zählt die Standort-Wahl

Der chinesische Chemie-Sektor boomt. In Nanjing, Shanghai sowie im südlichen Guangdong entstehen Chemiezentren mit Anspruch auf Weltgeltung. Milliardenschwere Auslandsinvestitionen tragen erheblich zum Erfolg bei. In den Kohlerevieren im Norden setzen die Industriepolitiker vermehrt auf die Veredelung der Kohle und wollen ausländische Investitionen anziehen. Doch Skepsis gegenüber abgelegenen, kundenfernen Standorten ist berechtigt.

bfai SHANGHAI. In Shanghai und Nanjing (Provinz Jiangsu) sowie in der südchinesischen Provinz Guangdong entstehen gegenwärtig die größten und modernsten Chemiestandorte innerhalb der VR China und auch Asiens. Aus Sicht der Verantwortlichen sollen hier Chemiekomplexe von Weltniveau vergleichbar mit Houston (USA) und Antwerpen (Belgien) etabliert werden. Geprägt sind sie von Großinvestitionen aus der Petrochemie, an die sich Anlagen zur Herstellung von Downstream-Produkten anschließen. Wichtig für ihren Erfolg ist die gute logistische Anbindung und die Nähe zu wichtigen Kunden am Yangzi-Fluss- beziehungsweise am Perlfluss-Delta.

So profitiert der Shanghai Chemical Industry Park (SCIP) vom unmittelbar benachbarten Raffineriekomplex des Petrochemie-Riesen Sinopec (Rohöl-Raffineriekapazität: 14 Mill. t, Stand: Ende 2006). Auf 60 qkm wächst hier ein neuer Chemiegürtel am südchinesischen Meer. Deutsche Unternehmen wie Bayer, BASF und Degussa sind mit ihrem Engagement ganz vorn dabei.

Dagegen wurde der Nanjing Chemical Industry Park eigens um das von der Zentralregierung genehmigte deutsch-chinesische Gemeinschaftsunternehmen BASF-YPC gegründet. Mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von 2,9 Mrd. US$ ist es eine der größten deutschen Einzelinvestitionen in der VR China. Mittlerweile haben sich dort zusätzlich 71 Chemieunternehmen mit ausländischer Kapitalbeteiligung registriert.

Als wichtiges Zentrum der Petrochemie etabliert sich die Provinz Guangdong im Süden des Landes. Im Huizhou Daya Bay Petrochemical Industry Park hat Shell in Kooperation mit dem Staatskonzern China National Offshore Oil Corporation (CNOOC) das größte petrochemische Werk des Landes, Shell Nanhai BV, etabliert. Die Investitionssumme beträgt 4,3 Mrd. $.

Bislang kann Guangdong nur etwa 20% des Bedarfs an wichtigen petrochemischen Produkten durch eigene Erzeugung decken. Doch das soll sich nach dem Willen der politisch Verantwortlichen innerhalb des aktuellen Fünfjahresprogramms (2006-2010) schrittweise ändern: 15 Großprojekte mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von 22,5 Mrd. $ sollen dazu beitragen, den Anteil der Provinz an der nationalen Petrochemieproduktion auf ein Drittel auszubauen.

Neben Shell ist BP bereits präsent. Bis Ende 2010 soll das auf 5 Mrd. US$ veranschlagte Raffinerieprojekt der Kuwait National Petroleum Corp. (KNPC) mit der Sinopec die Produktion aufnehmen. Bis 2020 sollen die Raffineriekapazitäten der Provinz insgesamt auf 100 Mill. t Öl pro Jahr (2005: 25 Mill. t) und auf 6 Mill. t Ethylen (2005: 0,6 Mill. t) hochgefahren werden.

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