Auftragseinbruch
Anlagenbauer SMS spart gegen die Krise

Der Anlagenbauer SMS Group stellt sich auf zwei bis drei Krisenjahre ein, ehe der Auftragseingang bei dem Anbieter von Stahl- und Walzwerken wieder auf frühere Höhen ansteigen wird.Das Familienunternehmen hat seit September 2008 keinen Großauftrag erhalten. Kurzarbeit und ein striktes Sparprogramm sollen jetzt durch die Krise helfen.
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DÜSSELDORF. Der Vorsitzende der Geschäftsführung und Miteigentümer des Familienunternehmen, Heinrich Weiss, glaubt aber nicht, dass der weltweite Bedarf an Stahl und Maschinen längerfristig auf dem derzeit niedrigen Niveau verharren wird. Die SMS Group hat nach Angaben von Weiss seit September 2008 keinen Großauftrag im dreistelligen Millionenbetrag mehr erhalten.

Es gebe jetzt eine mündliche Zusage aus Katar über einen Auftrag für ein Walzwerk, dies sei aber bisher der einzige Lichtblick. Russland als in den vergangenen beiden Boomjahren größter Kunde von SMS ist praktisch ausgefallen, da die Finanzierung solcher Projekte nicht mehr gewährleistet ist. Auch China bestellt kaum noch. Nur aus Indien erhält SMS weiter Aufträge, allerdings auch nur im kleineren Umfang.

Bis die Stahlindustrie der etablierten Länder wieder neue Stahl- und Walzwerke bestellen wird, werde es einige Jahre dauern, da die Firmen erst wieder Geld verdienen müssten. Allerdings wachse bei den etablierten Stahlkonzernen der Modernisierungsbedarf, sonst würden sie hinter den neuen Anbietern aus den neu industrialisierten Ländern zurückfallen, betonte Weiss.

Das vor über 130 Jahren gegründete Familienunternehmen erwartet für 2009 einen Auftragseingang von lediglich 2,4 Mrd. Euro. In den beiden Vorjahren waren Bestellungen von jeweils über fünf Mrd. Euro eingegangen. Für 2010 erwartet Weiss einen Auftragseingang von drei Mrd. und für 2011 rund 3,5 Mrd. Euro. Danach werde der Auftragseingang wieder ansteigen. Doch sei die Prognose unsicherer denn je, betonte Weiss.

Durch den hohen Auftragsbestand ist das Unternehmen rechnerisch noch 18 Monate ausgelastet und arbeitet die Aufträge ab. Der Umsatz wird deshalb 2009 auf dem Niveau des Vorjahres von 3,6 Mrd. Euro liegen. Der Gewinn wird sogar leicht auf 205 bis 210 Mio. Euro steigen gegenüber 205 Mio. Euro im Vorjahr.

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