Aufwärtsbewegung verhalten
KfW sorgt sich um die Konjunktur im Mittelstand

Die staatliche KfW Bankengruppe macht sich Sorgen um die wirtschaftliche Lage im Mittelstand. Die Konjunktur sei dort „sehr fragil“, sagte KfW-Vorstandssprecher Hans W. Reich am Montag anlässlich der Vorlage der endgültigen Bilanzzahlen für das Geschäftsjahr 2003.

HB FRANKFURT/M. Das Tempo der Aufwärtsbewegung sei verhalten, die Finanzierungsprobleme des Mittelstands stellten sich als Hemmschuh heraus. Fast jedes zweite Unternehmen klage über einen erschwerten Zugang zu den Kreditquellen. Reich forderte die Banken auf, der verbalen Unterstützung jetzt auch echte Kreditzusagen folgen zu lassen.

Vor allem die privaten Großbanken in Deutschland haben angekündigt, sich wieder verstärkt dem Mittelstandsgeschäft zuzuwenden, nachdem einige dieses Geschäft zu Gunsten des Investmentbankings zurückgefahren hatten. Die Sparkassen hatten in der Vergangenheit von diesem Teilrückzug der Großbanken profitiert und zusätzliche Kunden gewonnen. Allerdings haben auch sie signalisiert, dass sie ihre Marktanteile unter Risikoaspekten nicht endlos ausweiten können; ein „Recht auf Kredit“ gebe es nicht, hieß es auf dem Sparkassentag Anfang Mai in Frankfurt.

Nach Handelsblatt-Informationen war die Finanzierungslage der rund 3,3 Mill. mittelständischen Unternehmen auf der jüngsten Sitzung des Mittelstandsrats in der letzten April-Woche ein heiß diskutiertes Thema. Dabei soll die KfW gegenüber hochrangigen Vertretern aus dem Wirtschafts- und Finanzministerium deutlich gemacht haben, dass es aktuell starke Defizite in der Kreditversorgung gebe. Selbst große Mittelständler berichteten über Probleme mit ihren Banken. Auch sei die Klage von Unternehmern zu hören gewesen, die Förderprogramme der KfW würden bei Banken und Sparkassen teils nicht durchgeleitet. Ein Bankenfunktionär sagte dagegen, man habe den Eindruck, die KfW wolle den „schwarzen Peter“ für den hinkenden Aufschwung im Auftrag der Bundesregierung an die Kreditwirtschaft weitergeben.

Im ersten Quartal 2004 nahm das gesamte KfW-Fördervolumen im Konzern gegenüber der Vergleichszeit des Vorjahres um gut 13 Prozent auf 12,1 Mrd. Euro zu. Dabei habe die KfW Ipex-Bank, in der die KfW künftig die Projekt- und Exportfinanzierungen als Wettbewerbsgeschäft betreibt, einen guten Start erwischt. Vorstandsmitglied Peter Klaus sagte, man sei im Plan und rechne mit einem Neugeschäft von acht bis zehn Mrd. Euro nach 11,5 Mrd. im zurückliegenden Jahr. Die KfW Mittelstandsbank lag zwar im ersten Quartal noch unter dem Vorjahresniveau. Zum 30. April habe das Fördervolumen aber 3,8 Mrd. Euro betragen, das entspreche einem Plus von 200 Mill. Euro, teilte Reich mit.

Im Gesamtjahr rechnet die KfW mit einem deutlich steigenden Zusagevolumen. Das von der fusionierten Deutschen Ausgleichsbank (DtA) übernommene Tätigkeitsfeld „Bildungsfinanzierung“ habe seinen Platz in der Gruppe gefunden. Im Jahr 2003 seien 45 000 angehende Handwerksmeister und 12 000 Studenten finanziell unterstützt worden. Mit dem gesamten Geschäftsjahr 2003, das geprägt war von der Fusion mit der DtA und dem Anschieben zahlreicher neuer Förderprogramme, zeigte sich KfW-Chef Reich am Montag „äußerst zufrieden“.

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