Aufwendiges Infrastrukturvorhaben
Hongkong baut U-Bahn-Netz aus

Das U-Bahn-Netz Hongkongs ist noch ausbaufähig. Möglicherweise soll es schon 2007 zu Ausschreibungen für eine Verlängerung der bestehenden Linie auf Hongkong Island kommen. Dabei handelt es sich um eines der größten Infrastrukturprojekte der letzten zehn Jahre.

bfai HONGKONG. Hongkongs U-Bahn-Netz gehört bereits zu den bestausgebautesten des Kontinents. Aber es liegen Pläne zum Bau einer neue Linie, die die südlichen Wohnviertel auf Hongkong Island mit den Bürotürmen in der Innenstadt verbinden soll, in den Schubladen der privaten MTR Corp. Es handelt sich dabei um das aufwendigste Infrastrukturvorhaben seit der Eröffnung des neuen Flughafens 1997.

Zwar ist die komplette sogenannte South Island Line noch reine Zukunftsmusik. Allerdings wird das Unternehmen mit großer Wahrscheinlichkeit schon bald mit den Konstruktionsarbeiten für ein kleines Teilstück beginnen. So will der U-Bahn-Betreiber die bisherige Hongkong Island Verbindung, die in Sheung Wan endet, um drei Stationen verlängern. Die gesamten Investitionskosten für die rund 3 km lange Strecke werden auf fast 1Mrd. US$ veranschlagt.

Ende 2006 sind die Verhandlungen mit der Regierung noch nicht abgeschlossen. Dabei dürften weniger die Genehmigungsverfahren als die finanzielle Beteiligung des Fiskus ein Problem darstellen. So erwartet die MTR Corp., dass sich der Staat zur Hälfte an den Baukosten beteiligt. Landeskenner rechnen mit einer relativ raschen Einigung, so dass es bereits 2007 zu den ersten Ausschreibungen kommen dürfte. Laut MTR-Angaben könnten im selben Jahr auch schon die Konstruktionsarbeiten beginnen.

Die gesamte Bauzeit wird auf circa fünf Jahre veranschlagt, so dass die neue Linie nicht vor 2012 ihren Betrieb aufnehmen dürfte. Den größten Teil der Investitionskosten wird der Bau der drei Untergrundbahnhöfe erfordern. Diese sind besonders großflächig angelegt. Sie liegen direkt unter dicht besiedelten Gebieten und sollen mit Hilfe von zahlreichen Eingängen ein möglichst großes Einzugsgebiet gewährleisten. Zudem sollen sie auch Areal für Geschäfte bieten.

Die relativ kurze Verlängerung der U-Bahn stellt nur den Auftakt für ein weitaus größeres Projekt dar. So soll die neue Verbindung weiter nach Pokfulam und Aberdeen im Süden der Insel ausgebaut werden (South Island West Line). Dort befinden sich zahlreiche Hochhäuser mit rd. 300.000 Einwohnern, die bislang auf Busse angewiesen sind. Ebenso soll das Hightech-Zentrum (Cyberport), das auch aufgrund seiner ungünstigen Verkehrsanbindung bislang nur wenig Firmen anlocken konnte, eine U-Bahn Station erhalten. Die Verbindung wird ungefähr 12 km lang sein und über insgesamt vier Stationen verfügen.

Im Rahmen des Projekts will die MTR Corp. zugleich eine von der Innenstadt aus führende Linie in Richtung Süden (South Island East Line) bauen. Sie dürfte auf einer Länge von etwa 10 km vier bis fünf Stationen haben und beliebte Ziele wie Happy Valley und den Ocean Park ansteuern. Beide Linien werden sich im Süden von Hong Kong Island kreuzen. Dort soll auch ein Umsteigebahnhof entstehen. Eine durchgehende Verbindung ist nicht geplant.

Das South Island Projekt befindet sich seit mindestens fünf Jahren in der Diskussion. Ob es jemals realisiert wird, ist jedoch ungewiss. Die MTR Corp. möchte das Vorhaben so schnell wie möglich verwirklichen, hofft aber -wie bei der Verlängerung- auf eine finanzielle Beteiligung der Regierung. Diese zeigte sich bislang bei den Verhandlungen zugeknöpft.

Falls die Behörden grünes Licht geben und die Finanzierungsfrage geklärt wird, sind nach Unternehmensangaben noch rund zwei Jahre für Bauplanung und Umweltstudien notwendig. Die eigentlichen Konstruktionsarbeiten könnten in etwa vier Jahren abgeschlossen sein. Vor 2013 rechnet niemand mit einer Inbetriebnahme.

Ausländische Unternehmen können bei der geplanten Verlängerung der U-Bahn auf umfangreiche Aufträge hoffen. Ebenso sollten sie die Diskussion um die South Island Line im Auge behalten. So bestehen Chancen für Ingenieur- und Planungsbüros sowie für Tiefbauunternehmen. Sicherheits- und Aufzugstechnik sowie weitere Produkte für die Innenausstattung der Untergrundbahnhöfe sind ebenso gefragt wie moderne Baustoffe.

Weitere Informationen finden Sie bei der Bundesagentur für Außenwirtschaft (bfai).

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%