Ausbildungspakt
Mittelstand fordert von Großkonzernen mehr Lehrstellen

Zu Beginn des neuen Lehrjahres hat der deutsche Mittelstand den Großkonzernen mangelndes Engagement am Ausbildungsmarkt vorgeworfen.

HB FRANKFURT. Die 43 000 Lehrstellenbewerber, die Schätzungen zufolge ohne Ausbildungsplatz blieben, könnten fast alle beschäftigt werden, wenn die großen Unternehmen ihrer Verantwortung gerecht würden, sagte der Präsident des Bundesverbandes der mittelständischen Wirtschaft, Mario Ohoven, im Deutschlandradio Kultur.

„80 Prozent der Lehrstellen werden vom Mittelstand angeboten“, betonte er. Die Großkonzerne seien dazu in der Lage, dies zu ändern. Die von den Gewerkschaften heraufbeschworene Lehrstellenkatastrophe finde gleichwohl auch in diesem Jahr nicht statt. „Die Wirtschaft hält erneut den 2003 beschlossenen Ausbildungspakt ein“, betonte Ohoven. Schließlich böten die deutschen Betriebe trotz miserabler Rahmenbedingungen sogar 4 000 Lehrstellen mehr an als im Vorjahr.

Der Verbandschef kritisierte allerdings, dass sehr viele Lehrlinge mit schlechter Vorbildung aus der Schule kämen und die Unternehmen zugleich durch eine hohe Ausbildungsvergütung belastet würden. Ohoven schlug eine leistungsabhängige Differenzierung der Azubi-Entgelte vor. Das hieße 300 Euro monatliches Grundgehalt plus Zuschläge für gute Leistungen in der Berufsschule oder im Betrieb. Für sinnvoll halte er zudem eine Finanzierung berufsvorbereitender Praktika mit staatlichen Mitteln.

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