Ausblick
Moll-Töne von deutschen Maschinenbauern

Die schlechten Nachrichten von den deutschen Maschinenbauern mehren sich: Am Mittwoch veröffentlichte der Werkzeugmaschinenbauverband VDW seine Prognose für das kommende Jahr. Er erwartet einen Rückgang der deutschen Produktion von 15 Prozent. Auch eine Studie malt die Lage der Branche in düsteren Farben.

DÜSSELDORF. „Allein im Oktober sanken die Werkzeugmaschinenorders um 42 Prozent“, schreibt der VDW in einer Pressemitteilung. Den Einbruch begründet er auch mit der großen Abhängigkeit von der Automobil- und der Automobilzuliefererindustrie, an die nach Verbandsangaben 30 Prozent der deutschen Werkzeugmaschinenproduktion gehen. Den Einbruch relativiert der Verband allerdings mit Hinweis auf die „stark zyklische Branche“ und das erwartete Rekordjahr 2008 mit einem Produktionsplus von 12 Prozent.

Eine Studie der Bochumer Unternehmensberatung Dr. Wüpping Consulting, die auf der Befragung von mehr als 1 400 Managern, davon drei Viertel aus dem Maschinen- und Anlagebau, im November beruht, kommt zu dem Schluss, dass sich die deutschen Maschinenbauer auf eine längere Krise einstellen. Aus fast 90 Prozent der 102 Antworten gehe die Erwartung hervor, dass die Krise länger als ein Jahr dauern werde. Die große Mehrheit rechne mit einem längeren konjunkturellen Abschwung von im Mittel zwei Jahren.

Frank Sundermann, Mitverfasser der Studie, vertritt die Meinung, der Maschinenbauverband VDMA färbe die Lage schön. Für ihn dagegen stehe fest: „Die Krise ist da. Der Maschinenbau sitzt wie das Kaninchen vor der Schlange und weiß nicht, was zu tun ist.“ Die Studie kritisiert ein „unangebrachtes Hoffnungsprinzip: Es sieht so aus, dass nach Meinung der Befragten die Lage zwar als ernst erachtet wird, dass es aber für das eigene Unternehmen eher glimpflich verlaufen sollte.“ Es dränge sich der Eindruck auf, „dass trotz der generellen Erkenntnis des Problems die eigene Lage in relevanten Fragen etwas zu positiv eingeschätzt wird“. So würden zwar von einer Mehrheit Kundenzurückhaltung und Auftragsverschiebungen eingeräumt, aber „in dazu vergleichsweise alarmierend geringem Umfang Folgen erwartet, welche den Geschäftserfolg nachhaltig schädigen könnten“, etwa Auftragsstornierungen oder ein rückläufiger Cash Flow.

Außerdem stellt die Studie „ein generell vorhandenes Misstrauen quer durch alle Branchen“ fest. Dafür spreche, dass neun von zehn Unternehmen stärker auf die Bonität der Geschäftspartner achten wolle. Das hält der Maschinenbauverband VDMA für „eine ganz normale Reaktion“. Konjunkturexperte Olaf Wortmann sagt: „Natürlich ist die Lage ernst. In der Mehrzahl der Fälle brennt es aber nicht. Wir erwarten kein Desaster und müssen nicht in Panik verfallen.“

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