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Auskunfteien: Wackelige Sicherheit

In der aktuellen Wirtschaftslage ist es für viele Mittelständler wichtiger denn je, das Risiko von Zahlungsausfällen zu minimieren. Wer sich ein Bild von der Geschäftslage potenzieller Geschäftspartner oder Kunden machen will, kann Wirtschaftsauskunfteien zu Rate ziehen. Deren Berichte werden immer mehr nachgefragt - sie sind aber mit Vorsicht zu genießen.

Zahlungsunfähige Geschäftspartner sind ein großes Risiko für Mittelständler. Auskunfteien sollen sie mit wichtigen Infos vor Schaden bewahren. Foto: Archiv Quelle: dpa
Zahlungsunfähige Geschäftspartner sind ein großes Risiko für Mittelständler. Auskunfteien sollen sie mit wichtigen Infos vor Schaden bewahren. Foto: Archiv Quelle: dpa

KÖLN. Manchmal arbeiten die Mitarbeiter von Auskunfteien fast wie Detektive. Sie müssen einfallsreich zu Werke gehen und alle legalen Quellen nutzen, um Informationen über die finanzielle Situation von Unternehmen oder Privatpersonen zu bekommen. "Die Daten beruhen einerseits auf öffentlichen Quellen wie den Insolvenzgerichten und dem Handelsregister, andererseits auf Selbstauskünften, die wir recherchieren", erklärt der Sprecher des Verbands der Vereine Creditreform, Michael Bretz.

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Mit rund 130 Regionalgesellschaften und etwa zehn Mio. Auskünften im Jahr - das entspricht einem Marktanteil von etwa zwei Dritteln - ist der Verband der Platzhirsch der Branche. Einen Teil der benötigten Informationen können Creditreform und dessen Konkurrenten seit 2007 komfortabel im Internet abfragen. Denn seit Januar 2007 sind Unternehmer gesetzlich verpflichtet, Jahresabschlüsse und andere wichtige Unternehmensdaten ins elektronische Unternehmensregister einzugeben. Tun sie das nicht, riskieren sie Geldstrafen von bis zu 25 000 Euro.

Wer bei einer der Geschäftsstellen von Creditreform einen Standardbericht über ein Unternehmen kauft, zahlt durchschnittlich 30 Euro. Bei anderen Anbietern variieren die Preise zwischen 17 und 60 Euro. In einem solchen Bericht steht unter anderem, wie sich Umsätze und Auftragslage eines Unternehmens entwickelt haben. Und, besonders wichtig: Wie es um dessen Zahlungsverhalten bestellt ist.

Die Essenz der Auskunft ist eine Bewertung des Unternehmens nach einem bestimmten Index, der je nach Auskunftei unterschiedlich gestaltet ist. Es gilt: Je besser die Endnote, desto eher ist das Unternehmen in der Lage, Schulden zu begleichen. "Bei Vergabe der Indexnote hat der Rechercheur einen gewissen Ermessensspielraum", sagt Bretz. Wenn er das Unternehmen gut kennt und beispielsweise weiß, dass es Probleme mit der Nachfolge gibt, setzt er die Note auch schon einmal herunter, ohne dass öffentliche Quellen es rechtfertigen.

Dennoch versichert Bretz: "Es ist ein rationales System." Als erste Anlaufstelle für Mittelständler, die Informationen über andere Unternehmen suchen, sind Auskunfteien durchaus nützlich. Und die Nachfrage nach den Diensten der Datensammler steigt: "Wegen der Finanzkrise holen immer mehr Unternehmen Auskünfte ein", sagt Bretz. "Die Unsicherheit nimmt zu."

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