Ausländische Investoren
Indien: Auf dem Weg zur Exportmacht

Trotz eines Rückgangs des Wirtschaftswachstums und großer Probleme beim Landerwerb ist und bleibt der Subkontinent ein Magnet für Investitionen. Vor allem Exporte rücken in den Fokus ausländischer Investoren. Wie Indien dauerhaft zweistellige Wachstumsraten erreichen will.

DELHI. Indiens Wirtschaft wächst seit 2003 mit rund neun Prozent pro Jahr. Das macht die Nation mit der zweitgrößten Bevölkerung der Welt zum neuen Magneten für Investoren. Inflationsangst, hohe Zinsen, teure Rohstoffe und die schwache Weltkonjunktur trüben die Wirtschaftsaussichten zwar kurzfristig ein; dieses und nächstes Jahr erwarten Volkswirte nur noch sieben bis acht Prozent Wachstum. Aber dem Ansturm von Investoren tut dies keinen Abbruch: 40 Mrd. Dollar Direktinvestitionen sollen dieses Jahr auf den Subkontinent fließen, bis Juni strömte bereits die Hälfte dieser Summe ins Land.

"Indien holt gegenüber China auf", sagt Sunil Kant Munjal, Miteigner der Hero-Gruppe und einer der profiliertesten Unternehmerpersönlichkeiten des Landes. "Immer mehr Firmen wollen ihr China-Risiko verringern, Indien ist eine natürliche Alternative." Sein Konglomerat profitiert von deutschen Investitionen: Dieses Jahr stieg Hero zusammen mit Ergo in den Lebensversicherungsmarkt ein. Das Joint Venture zielt auf die Mittelschicht: McKinsey sieht diese Gruppe in zwei Jahrzehnten von 50 auf 500 Millionen Inder anschwellen. Zugleich investiert Munjal mit Daimler eine Mrd. Dollar in ein LKW-Werk bei Chennai.

Auch dieses Engagement zielt in erster Linie auf den Binnenmarkt, wie die meisten Auslandsinvestitionen. "Aber wir planen auch signifikante Exporte", sagt Munjal und unterstreicht damit einen neuen Trend: Indien mausert sich zur Exportmacht. Im Vergleich zu seiner Wirtschaftskraft liegen die Ausfuhren zwar noch weit hinter denen vieler asiatischer Konkurrenten, aber sie wachsen rasant. "Exporte rücken stärker in den Fokus ausländischer Investoren", beobachtet Chandrajit Banerjee, Generaldirektor des Industrieverbandes CII. In Branchen wie Maschinen- und Anlagenbau, Pharma, Chemie oder Biotechnologie könne der Standort durchaus mit China konkurrieren.

"Stetige Reformen und mehr Direktinvestitionen werden Indiens Exportdynamik auch in Zukunft stützen", glaubt Goldman-Sachs-Volkswirt Tushar Poddar. Nachfrage-Einbrüche in Europa und Amerika gefährdeten die Ausfuhren viel weniger als im Rest Asiens, denn zwei Drittel der Exporte gingen in Schwellenländer.

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