Ausländische Konzerne suchen Beteiligungen
Die Optimisten aus dem Ausland

Ausländische Konzerne sehen sich verstärkt nach Übernahmekandidaten im deutschen Mittelstand um. Kein Grund zum Fürchten, denn davon können Mittelständler und Investoren profitieren. Noch dazu kommt: Die Zeit zum Verkaufen ist so günstig wie nie.
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DÜSSELDORF. Stephan Pohlmann ist seit Anfang des Jahres nicht mehr Herr des Hauses, das er selbst aufgebaut hat. Im Jahr 2000 hatte der damals 35-jährige Stephan Pohlmann, bis dahin Manager bei Microsoft Deutschland und Lufthansa Systems, das Beratungsunternehmen Tireno gegründet. Das konzentrierte sich darauf, sämtliche IT-Abläufe in Unternehmen zu optimieren - von der professionellen Bestandsaufnahme der vorhandenen Computersysteme bis zur Strukturierung von Outsourcing-Projekten. Das Geschäft lief gut an, Pohlmann hatte bald mehr als 30 feste und dazu etliche freie Mitarbeiter.

Und stieß doch an eine Grenze. "Unsere Kunden verlangten von uns, dass wir sie auch im Ausland unterstützten", sagt Pohlmann. "Das konnten wir allein aber kaum leisten."

Ein weiteres Problem: Pohlmann bekam nicht immer die qualifizierten Mitarbeiter, die er haben wollte. "Denen waren wir einfach zu klein." Und den guten Leuten, die bei ihm arbeiteten, konnte er keine klaren Perspektiven bieten. Auslandseinsatz oder Beförderung? Im kleinen Team kaum möglich.

Pohlmann machte sich deshalb auf die Suche nach einem Investor, der bei ihm einsteigen oder das ganze Unternehmen kaufen wollte. Er sichtete Kandidaten, führte Verhandlungen. Und einigte sich schließlich mit dem norwegischen Dienstleister Det Norske Veritas (DNV).

Das auf Risikomanagement spezialisierte Unternehmen war mit 6 500 Mitarbeitern bereits in mehr als 100 Ländern vertreten und wollte seine Aktivitäten in Deutschland ausbauen. Gemeinsam mit den neuen Eigentümern erarbeitete Pohlmann einen Businessplan für die nächsten Jahre, Vertreter von DNV rückten in den Aufsichtsrat ein. "Wir profitieren schon jetzt von den neuen Strukturen", sagt Pohlmann. Durch das größere Netzwerk kommt er leichter an Aufträge, Projekte in Großbritannien oder Frankreich stehen vor dem Abschluss.

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