Auslandsfinanzierung
Wachsen und liquide bleiben

Immer mehr deutsche Mittelständler entwickeln sich zu Global Playern. Neue Finanzierungsinstrumente verschaffen ihnen den nötigen Spielraum - und eine bessere Startposition im Wettbewerb um internationale Kunden. Die besten Geldquellen für den Auslandserfolg.

KÖLN. Ein neues Umweltgesetz stellte Südkoreas Lampenhersteller vor einiger Zeit vor große Probleme: Mit sofortiger Wirkung sollten sie ihre Leuchtstofflampen fachgerecht recyceln. Doch wie? Das Know-how und entsprechende Anlagen fehlten dem asiatischen Land. Die Lösung kam aus Ginsheim-Gustavsburg im Rhein-Main-Gebiet, wo die Herborn GmbH ansässig ist: Der Mittelständler lieferte fünf stationäre Recyclinganlagen für unterschiedliche Typen von Leuchtstofflampen sowie die zugehörigen Anlagen zur Quecksilberdestillation. Ein lukrativer Auftrag. Angenommen hat Herborn ihn, nachdem eine überzeugende Finanzierungsstrategie entwickelt - und abgesichert - war. Erstmals in der Firmengeschichte setzte das Unternehmen eine Hermes- Deckung zur Exportabsicherung ein.

Kein Zweifel: Internationale Märkte bieten deutschen Unternehmen große Chancen, die diese auch nutzen. Einer Studie der KfW-Bankengruppe und der Unternehmensgruppe Creditreform zufolge exportiert bereits jeder vierte Mittelständler ins Ausland. Die Exportquote aller deutschen Unternehmen liegt bei fast 40 Prozent. Der Großteil der Ausfuhren geht in die EU-Nachbarländer. Auch bei den direkten Auslandsinvestitionen zeigen mittelständische Unternehmen ein zunehmendes Engagement: Derzeit stecken sie im Schnitt 2,5 Millionen Euro pro Jahr in Auslandsprojekte.

Neue Entwicklungen zeigen sich auch bei der Geschäftsstrategie: Früher versuchten Mittelständler, zunächst ihre Marktposition in Deutschland zu festigen, bevor sie ins Ausland gingen. Heute treiben immer mehr Unternehmen beide Prozesse gleichzeitig voran.

Allerdings nutzen längst noch nicht alle Mittelständler die Möglichkeiten der Globalisierung. „Wir haben den Eindruck, dass das größenabhängig ist. Je kleiner, desto ängstlicher - und je größer, desto konsequenter auf den Märkten der Welt zu Hause“, so Hartmut Schauerte, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, Anfang des Jahres gegenüber der Zeitschrift Creditreform.

Das Zögern der „Kleinen“ hat Gründe. Ein wesentlicher ist die Finanzierung. Wachstum kostet Geld, vor allem wenn das Umsatzplus aus dem Ausland kommen soll. Je kleiner ein Unternehmen, desto heftiger schlägt fehlendes Eigenkapital zu Buche. Doch dieses Hindernis lässt sich überwinden: Es gibt sowohl von staatlicher Seite als auch auf dem freien Markt mehrere Optionen, mit denen kleine Unternehmen ihre Auslandsgeschäfte finanzieren und absichern können.

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