Auslandsgeschäft: „Deutschen Managern fehlt Geduld“

Auslandsgeschäft
„Deutschen Managern fehlt Geduld“

Die ICUnet.AG aus Passau berät und trainiert Fach- und Führungskräfte für den Einsatz im Ausland – und ist gerade von der Beraterfirma Deloitte mit dem Wachstumspreis ausgezeichnet worden. Gründer Fritz Audebert spricht im Interview über sein Erfolgskonzept.

Womit beschäftigt sich Ihr Unternehmen?

Unsere 43 festen und 180 freien Mitarbeiter bereiten Firmen auf das Ausland vor. Das reicht von der Auswahl der geeigneten Mitarbeiter über deren Training für den Einsatz vor Ort bis hin zur Reintegration in Deutschland. Wir trainieren mit ihnen schwierige Verhandlungssituationen, beraten sie zu kulturellen Feinheiten und Verhaltensregeln.

Zum Beispiel?

Dass man sich in Japan nur ganz sanft die Hand gibt und sich dabei verbeugt. Oder dass man in Lateinamerika das Gespräch mit persönlichen Geschichten beginnen sollte. Das alles wird in Rollenspielen mit einem unserer Mitarbeiter aus Deutschland und einem aus dem Zielland trainiert. Dazu kommen Markttipps oder Ratschläge für den Vertrieb.

Wer ist bei Ihnen Kunde?

Ob Lufthansa, Eon oder BMW – wir schulen die Mitarbeiter von 19 Dax-Unternehmen und von 200 Hidden Champions des Mittelstandes. 2006 waren es 4.000 Ingenieure, IT-Experten, Vertriebsleute und Controller. Außerdem haben wir 50 Vorstandsvorsitzende und Topmanager interkulturell beraten. Damit verdienten wir im vergangenen Geschäftsjahr 3,2 Millionen Euro – das ist seit 2001 ein Wachstum von 800 Prozent. In ganz Deutschland wuchsen nur 18 Unternehmen im Bereich IT, Kommunikation und Life Sciences schneller. Darum haben uns Deloitte und die Zeitschrift Capital mit dem Wachstumspreis ausgezeichnet.

Wann haben Sie die erste ausländische Niederlassung gegründet?

Vor zwei Jahren in Budapest. Der Chef dort ist ein ehemaliger Student von mir. Danach folgten Standorte in Wien und Prag. Als nächstes kommen wohl Singapur sowie ein Standort in den USA dazu.

Wie kommt es zu diesem Expansionskurs?

Wir verhalten uns wie viele Zulieferbetriebe in der Industrie und folgen unseren Auftraggebern. Ein Beispiel: Wenn die US-Tochter der Deutschen Post AG ihren Finanzchef nach Asien schickt, dann bereiten wir ihn darauf vor. Und zwar nicht nur auf die kulturellen Finessen in China, Indien oder Thailand, sondern auch auf die Firmenkultur des Mutterkonzerns in Deutschland.

Apropos Deutschland: Was sind die Stärken und Schwächen hierzulande?

Unsere Stärken liegen im Projektmanagement, in der Liefertreue und den hochwertigen Ingenieurleistungen. Darin sind wir Weltmeister. Und wir bleiben es auch. Mindestens noch die nächsten 30 Jahre.

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